Schmetterlinge

So wird aus einem Kriecher ein Flieger

Von der Raupe zur Puppe zum Falter: Wie geht das genau?

Aus den Eiern, die das Schmetterlingsweibchen ablegt, schlüpft (meist nach ein bis drei Wochen) zuerst eine Raupe. Dieses wurmartige Wesen mit kräftigen Mundwerkzeugen, zwei bis acht Punktaugen, Stummelfühlern und einigen kurzen Beinpaaren lebt sehr versteckt und hat nichts anderes im Sinn, als zu fressen. Meist hat die Schmetterlings-Mutter die Eier schon auf Blättern abgelegt, die den frisch geschlüpften Raupen besonders gut schmecken. Die Raupen der Tagfalter, des Kleinen Fuchses oder des Tagpfauenauges zum Beispiel bevorzugen Brennnesselblätter.

So eine Raupe, egal von welcher Schmetterlingsart, futtert solange, bis sie aus ihrer Haut platzt. Dann streift sie die alte Hülle ab – und futtert wieder weiter, bis ihr auch die neue Haut zu eng wird. So geht das vier- bis fünfmal. Die Raupe wird dabei immer größer. Nach drei bis acht Wochen (je nach Art) stellt diese kleine Fressmaschine das Essen ein – und verwandelt sich in eine Puppe. Das ist eine Art Schlafsack, in dem die Raupe ruht, bis die Hülle ganz fest geworden ist.

Manche Raupen wickeln sich in einen Faden, den sie selbst aus einer Öffnung am Kopf (einer Drüse) ausscheiden und spinnen damit einen Kokon, das ist ein weiches Gehäuse. Puppe und Kokon sind so etwas wie eine natürliche Umkleidekabine: Darin verwandelt sich die dicke Raupe in einem zarten Schmetterling.

Raus aus dem Kokon

Ist der Schmetterling fertig (meist nach ein bis vier Wochen, manchmal aber auch erst nach Jahren), sprengt er seine Puppenhülle oder den Deckel seines Kokons. Dann pumpt er Blut aus seinem Körper in die Adern seiner noch schlappen Flügel. Danach lässt der Schmetterling sie noch einige Stunden trocknen, bevor er sich zum ersten Mal in die Luft schwingt.

Viele Schmetterlinge werden einige Wochen alt, wenige Arten wie das Nachtpfauenauge oder der Feuerfalter leben dagegen nur ein paar Tage. Am ältesten können Monarchfalter und Trauermantel werden: bis zu 12 Monate.

In unseren Breiten können manche Schmetterlinge wie der Kohlweißling oder Kleine Fuchs den Winter in Höhlen überstehen. Die meisten Schmetterlingsarten überwintern jedoch nur als Raupen, Puppen oder Ei.