Schnecken

Die Voll-Schleimer

Schnecken produzieren einen Schleim, auf den Superhelden neidisch wären. Hast du schon mal versucht, Schneckenschleim von den Fingern herunter zu kriegen? Das ist ganz schön schwer, denn Schneckenschleim haftet fast so stark auf der Haut wie Klebstoff aus der Tube.

Mit Seife abwaschen genügt deshalb meist nicht. Heißes Wasser ist nötig und zusätzlich muss man noch rubbeln.

Glibber-Geheimnisse schleimiger Schnecken

Dabei besteht der zähe Glibber der Schnecken fast nur aus Wasser! Das Klebe-Geheimnis steckt in den kleinen Zutaten: Gelöste Zuckerpartikel und Eiweißstoffe – und in winzigen Mengen Metalle wie Eisen, Zink und Kupfer.

Aber ihr Schleim klebt nicht nur gut, die Schnecken können auf ihm auch prima vorwärts gleiten. Denn das ist der zweite Vorteil des Schleims: Er funktioniert wie eine Art Kissen, mit dem die Schnecke jede Unebenheit auf ihrem Weg gefahrlos glatt macht – so ähnlich wie wir Menschen das mit Asphalt auf unseren Straßen tun.

Der Hammer: Landschnecken schaffen es mit Schleim sogar, unbeschadet die Schneide eines scharfen Messers zu überwinden – oder eine senkrecht gestellte Glasplatte hinauf zu gleiten, ohne abzurutschen. Kein Wunder, dass Wissenschaftler die Schleimgeheimnisse lüften wollen, um selbst neuartige Haftstoffe für Menschen herzustellen.

Produziert und ausgeschieden wird er durch Drüsen (Organe mit kleinen Öffnungen) im vorderen Teil ihres fleischigen Fußes. Verschiedene Schneckenarten verwenden ihren Schleim auf unterschiedliche Weise. Nacktschnecken etwa wollen damit Fressfeinde abschrecken – verständlich, weil sie kein schützendes Gehäuse haben. Ihr Schleim schmeckt deshalb besonders bitter. Und er ist zäh: Nacktschnecken können einen Schleimfaden machen und sich daran von Bäumen oder Sträuchern abseilen, auf die sie bei der Nahrungssuche hinauf gekrochen sind.

Schnecken leben fast überall

Die Schnecken gehören wie Muscheln und Tintenfische zu den Weichtieren. Doch anders als diese beiden sind sie auch auf dem Land zu finden. Es gibt sie in allen Meeren und auf allen Kontinenten, bis auf die vereisten Polgebiete und die besonders trockenen Wüsten. Keiner weiß, wie viele Schneckenarten auf der Erde existieren, vermutlich zwischen 43.000 und 240.000 Arten. Davon leben schätzungsweise 25.000 Arten auf dem Land.

Kopf und Muskel mit viel Schleim

Der längliche, weiche und muskulöse Schneckenkörper wird als Fuß bezeichnet, auf dem sich das glitschige Tier kriechend vorwärts bewegt und auf dem vorne auch der Kopf sitzt. Oben auf dem Fuß sitzt ein Eingeweidesack. Viele Schneckenarten entwickeln ein schützendes, spiraliges Gehäuse aus Kalk darum herum, das fest mit ihrem Körper verbunden ist. In dieses Schneckenhaus können sie sich bei Gefahr zurückziehen und es sogar mit einem Deckel verschließen.

Wie alle Weichtiere haben Schnecken keine Knochen und Gelenke. Sie pumpen Blut und Körperflüssigkeit in ihren Fußmuskel, können ihn dadurch in einer Wellenbewegung  zusammenziehen und dehnen. So schieben sich so auf ihrer selbst hergestellten Schleimspur vorwärts. 

Fühler mit Augen

Manche haben zwei, andere vier: Mit diesen biegsamen Auswüchsen am Kopf können die Schnecken ihre Umwelt nicht nur ertasten, sondern auch erschnüffeln und sogar beäugen. Bei manchen Schnecken sitzen die Augen unten an den Fühlern, bei der Weinbergschnecke an der Spitze des oberen langen Fühlerpaares – und sie können, je nach Bedarf,  einzogen und wieder ausgestreckt werden.

Atmen über und unter Wasser

Landschnecken und einige wenige Wasserschneckenarten holen über ein Atemloch im Körpergewebe die lebensnotwendige Luft und leiten sie in eine einfache Lunge weiter. Die meisten Meeresschnecken atmen dagegen wie Fische mit Hilfe von Kiemen, die oft wie ein Gefieder außen am Körper sitzen.

Zunge mit Zähnchen – oder Giftzahn

Unter den Schnecken gibt es Pflanzenfresser, Aasfresser und Fleischfresser, die ihre Beute jagen. Um ihre Nahrung zu fressen, benutzen sie ein einzigartiges Organ, das nur Weichtiere besitzen: die Raspelzunge oder Radula. Darauf sitzen bis zu mehrere tausend mikroskopisch kleine Zähnchen, mit denen sie ihr Fressen zerkleinern, bevor sie es verschlingen.

Manche Raubschnecken (Kegelschnecken) haben nur einen dolchartigen Giftzahn auf der Radula – und ein paar andere in Reserve in einer Gewebetasche. Denn sie verlieren den Zahn bei der Jagd, weil sie ihn wie eine Harpune in das Fleisch ihrer Beute (zum Beispiel andere Schnecken) stoßen, um sie mit Gift zu lähmen.

So vermehren sich die Schnecken

Manche Arten, darunter auch viele Landschnecken, legen Hunderte von Eiern, aus denen nach einigen Tagen fertige kleine Schnecken kriechen. Bei den meisten Meeresschnecken kommt aus dem Ei zuerst eine kleine Larve, die durchs Wasser schwebt. Aus ihr entwickelt sich allmählich das erwachsene Tier. Es gibt aber auch einige wenige Schneckenarten, die lebende Junge zur Welt bringen.

Manche Landschnecken, darunter auch die Weinbergschnecken, sind Zwitter. Das bedeutet: Sie können sich gegenseitig befruchten. Nach der Paarung legt jedes der beiden Tiere 40 bis 60 Eier ins Erdreich.

Von wegen Schneckentempo

Die schleimigen Kriecher sind gar nicht so langsam, wie es immer heißt. Die Weinbergschnecke kann bis zu sieben Zentimeter pro Minute zurücklegen, die Wellhornschnecke 16 Zentimeter und die im Wasser lebenden Blasenschnecken sogar 20 Zentimeter pro Minute. 

Schnecken-Rekorde

• Die größte einheimische Schnecke ist der Schwarze Schnegel, eine im Wald lebende Nacktschnecke, die bis zu 20 Zentimeter lang wird.
• Zu den weltweit kleinsten Schnecken gehört die Punktschnecke. Ihr Gehäuse hat nur etwa einen Millimeter Durchmesser.
• Die weltweit größte und schwerste Schnecke ist der Kalifornische Seehase und lebt im Meer. Er wird bis zu 75 Zentimeter lang und wiegt zwei Kilogramm. Diese Meeresschnecke kann giftige rote Tinte ausstoßen, um Feinde zu vertreiben.

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