Schuppentiere:

Die wandernden Tannenzapfen

Schuppentiere sehen ein bisschen aus wie ein lang gestreckter Tannenzapfen auf Beinen. Tatsächlich ist das auch ihr zweiter Name: Tannenzapfentier. Und der dritte Name lautet Pangolin. Sie sind die einzigen Säugetiere auf der Welt, deren Körper mit scharfkantigen Hornschuppen gepanzert ist.

Der Name Pangolin stammt vom Malaysischen Wort „pengguling“, was so viel bedeutet wie „etwas, das sich aufrollt. Schuppentiere sind etwa so groß wie Hauskatzen, ansonsten aber ziemlich schräge Geschöpfe. Fast erinnern Pangoline an kleine Dinosaurier - vor allem, wenn sie auf ihren Hinterbeinen trippeln.

Schuppentiere sind Säugetiere. Trotzdem ist ihr Körper, ähnlich wie bei Insekten, komplett mit Hornschuppen bedeckt. Es gibt acht Arten von Schuppentieren, vier leben in Südostasien und vier in Afrika.

Der älteste Vorfahr der Schuppentiere wurde in Deutschland gefunden, und zwar in der Grube Messel. Er heißt Eomanis, war rund 50 Zentimeter lang und lebte vor 30 bis 40 Millionen Jahren. Eomanis fraß noch Pflanzen, das weiß man aus den Resten, die in seinem Magen gefunden wurden.

Die heutigen Schuppentiere fressen dagegen Insekten. Die scheuen Tiere gehen nachts am Boden oder Bäumen auf Insektenjagd, vor allem futtern sie Ameisen oder Termiten. Dafür haben sie eine extra lange und ausfahrbare klebrige Zunge, beim Riesenschuppentier kann sie sogar bis zu 70 Zentimeter lang sein. Damit können sie Insekten auch aus Löchern heraus angeln.

Schuppentiere werden zwischen 30 und 90 Zentimeter lang und von 2 bis 33 Kilogramm schwer. Bei Gefahr können sie sich wie die Gürteltiere in Südamerika zu einer Kugel einrollen.

Wenn Schuppentiere am Boden leben, graben sie sich mehrere Meter lange Höhlen in die Erde. Den Eingang verschließen sie mit Schlamm. Die Baumbewohner unter den Schuppentieren ziehen sich in Baumhöhlen zurück. Beim Klettern benutzen sie ihren Schwanz zum Festhalten.

Weibchen bringen meist nur ein Baby zur Welt, das je nach Art zwischen 100 und 500 Gramm wiegt. Die Schuppen des Babytiers sind noch ganz weich und werden erst nach ein paar Tagen hart. Schuppentierjunge werden von ihren Müttern auf dem Schwanz getragen.

Schuppentiere können eine stinkende Flüssigkeit ausstoßen, vermutlich zum Verteidigen gegen Feinde, zum Abgrenzen ihres Reviers oder zum Verständigen mit Artgenossen.

Schuppentiere brauchen Hilfe

Obwohl es verboten ist, werden Schuppentiere gewildert, weil in einigen asiatischen Ländern ihre Schuppen als Heilmittel auf Schwarzmärkten verkauft werden. Dabei ist der Glaube größer als die Wirkung, denn die Schuppen bestehen genauso aus Keratin wie unsere Fingernägel.

Für die Wilderer sind Schuppentiere eine leichte Beute. "Man muss sie eigentlich nur einsammeln und in einen Sack stecken,“ erklärt Flora Müller vom WWF Deutschland.

Am 11. Juni 2014 haben Zöllner in Hongkong mehr als zwei Tonnen Pangolin-Schuppen entdeckt und beschlagnahmt. Dafür mussten mehr als 10.000 Tiere sterben. Auch vom deutschen Zoll werden immer häufiger Schuppentier-Schuppen beschlagnahmt.

Der WWF setzt sich deshalb für schärfere Kontrollen ein, außerdem für mehr Aufklärung bei den Menschen, damit sie keine Schuppen von Schuppentieren mehr kaufen.

Wusstest du, dass es zu den Schuppentieren eine ganze YOUNG PANDA-Aktuell-Ausgabe gibt? Hier kannst du in die ersten drei Seiten reinschnuppern: YOUNG PANDA-Aktuell 2/17.

Du möchtest den Schuppentieren helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!