Drucken

Seehunde

Stars auf der Sandbank

Seehunde sind in der Nord- und Ostsee zuhause, wo du sie auch prima beobachten kannst. In großer Zahl sammeln sie sich zum Beispiel auf den Sandbänken des Wattenmeeres, um Junge zu gebären, sie zu säugen, um das Fell zu wechseln oder um sich einfach von der anstrengenden Fischjagd im kalten Wasser zu erholen.

Seehunde gehören wie die Kegelrobben, die es ebenfalls in Nord- und Ostsee gibt, zu den Hundsrobben. Ihre Kennzeichen: Sie haben keine äußerlich sichtbaren Ohren.

Ihre Beinflossen sind nach hinten ausgerichtet. Mit ihnen können sie nicht über Land laufen, höchstens robben – da passt der Name! Viel, viel schneller sind sie im Wasser. Da bewegen sie sich durch kräftige Seitwärtsbewegungen ihres Hinterteils fort, die Beinflossen geben zusätzlich richtig Geschwindigkeit. Leckeren Fischen sausen sie mit bis zu 35 Stundenkilometern hinterher – schneller als du auf dem Fahrrad zum Sport!

Fette Milch fürs kalte Wasser

Die großen, runden Augen, die feuchte „Stupsnase“, das raue Bellen und das hundeähnliche Gesicht dürften dem Seehund seinen Namen eingebracht haben. Seehunde sind gesellige Tiere, sie leben an Land in großen Gruppen. Zum Ausruhen suchen sie meist Sandbänke auf, wo man sie beobachten kann. Ihr Leben spielt sich aber in der Hauptsache im Wasser ab. Allein oder in kleinen Gruppen jagen sie nach Fischen.

Seehunde sind im gesamten Wattenmeer unterwegs. Auf der Suche nach einer Mahlzeit unternehmen sie auch weite Ausflüge in die Nordse, zum Beispiel auch bis nach Helgoland. So gehören die Seehunde, die auf der Insel Helgoland rasten, mit denen im Wattenmeer zu einem gemeinsamen Bestand.

Weibchen sind mit drei bis vier Jahren, Männchen mit fünf bis sechs Jahren geschlechtsreif. Die fruchtbaren Zeiten der Weibchen liegen so, dass die Jungen dann aufgezogen werden, wenn das Klima günstig ist und es ausreichend Nahrung zu fischen gibt. Nach einer Tragzeit von zehn bis elf Monaten wird meist ein Jungtier an Land geboren, je nach Verbreitungsgebiet zwischen Januar und Oktober, bei uns im Wattenmeer meist zwischen Mai und Juli.

Die Neugeborenen sind mit acht bis zwölf Kilogramm bereits gut entwickelt und schwimmfähig. Sie werden für vier bis sechs Wochen von der Mutter gesäugt. Die Seehundmuttermilch ist sehr fett und nährstoffreich, dadurch können die Jungentiere in diesen ersten Wochen das 2,5- bis 3,5-fache ihres Geburtsgewichtes zulegen.

Wenn junge Seehundbabys sich verlassen fühlen, weil ihre Mutter beispielsweise auf Nahrungssuche ist, dann heulen sie laut, um den Kontakt zur Mutter wiederherzustellen, daher der Name "Heuler".

Steckbrief Seehund

Länge: 1,50 bis 1,90 Meter, Weibchen etwas kleiner.
Gewicht: Männchen bis 170 Kilogramm Weibchen bis 140 Kilogramm.
Aussehen: Runder Kopf, grau bis braunes Fell, Flecken und Ringe.
Bestand: Etwa 500.000 Tiere weltweit. Im Wattenmeer der Nordsee leben derzeit rund 40.000 Seehunde. In der Ostsee vermutlich nur noch wenige hundert!
Lebensraum: Von der Nordsee über den Atlantik und Pazifik bis nach Südjapan. Leben auf Sandbänken, Inseln, Felsen und manchmal sogar auf Eis. Die meiste Zeit jagen sie in Küstengewässern nach Fischen.
Gruppengröße: Meist 10 bis 500.
Nahrung: Fressen fast alles, was ihnen vor die Schnauze kommt, vor allem Fsche, daneben auch Tintenfische, Muscheln und Krebstiere.
Nachwuchs: Bei uns im Wattenmeer von Mai bis Juli. Meist nur ein Jungtier.
Tauchtiefe: 10 bis 150 Meter.
Tauchdauer: 3 bis 8 Minuten.

Das tut der WWF

Der WWF Deutschland setzt sich schon seit Jahrzehnten für den Robbenschutz ein. Ein großer Erfolg war die Einrichtung der drei Nationalparks in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachen, die das Wattenmeer schützen. Hier haben neben Seehunden auch Kegelrobben wieder ein sicheres Zuhause. Und an der Ostseeküste setzen wir uns dafür ein, dass Kegelrobben sich dort wieder ansiedeln können.

Außerdem kämpft der WWF gegen die Überfischung der Weltmeere durch immer größere Fangflotten, damit auch für die Robben noch genug (Nahrungs-)Fische übrigbleiben.  

Seehunde leben mit vielen anderen Tieren im Wattenmeer (dort findest du auch ein tolles Wattenmeerposter!)

Das kannst du tun

Allein gelassene Robbenbabys, die "Heuler", darfst du niemals anfassen. Die Mutter ist vielleicht jagen und kommt bald zurück. Wenn du dir unsicher bist, informiere die nächste Polizeidienststelle oder Naturschutzstation. Dort weiß man sicher Rat.

Heuler, die den Kontakt zur Mutter verloren haben, werden in den Seehundstationen Friedrichskoog und Norddeich aufgezogen und wieder frei gelassen.

Mehr über Robben allgemein liest du hier.

Du möchtest dem Seehund helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!