Strauß, Nandu und Emu

Die großen Renner: Zum Fliegen viel zu schwer

Der Strauß in Afrika, der Emu in Australien und der Nandu in Südamerika sind die größten Laufvögel der Erde. Zum Fliegen sind sie einfach zu schwer. Dafür haben sie lange und kräftige Beine entwickelt, mit denen sie ihren Feinden locker davonrennen können. Alle drei entwickelten sich in den Savannen und Grassteppen der Kontinente zu Nichtfliegern.

Die Flügel dieser großen Laufvögel sind mit langen seidigen Federn ausgestattet. In der sengenden Sonne werden sie als Schattenspender ausgebreitet. Beim schnellen Lauf helfen sie, das Gleichgewicht zu halten. Besonders eindrucksvoll kommen sie bei der Balz zum Einsatz: Dann tanzen die Männchen ihre Flügelfedern wie Fächer wild hin und her, um die Weibchen zu begeistern. 

Der bis zu 27 Kilogramm schwere und 1,40 Meter hohe Nandu zum Beispiel kann mit 60 Stundenkilometern durch die Pampa rasen – schneller, als bei uns ein Auto durch die Stadt fahren darf!

Der 45 Kilogramm schwere und 1,90 Meter hohe Emu erreicht 50 Stundenkilometer. Als einziger Vogel hat er ähnliche Wadenmuskeln wie Säugetiere und kann damit über zwei Meter hoch springen! Das können die wenigsten Menschen.

Der Strauß ist der Größte und Schwerste unter allen Vögeln auf der Erde! Er kann bis zu 2,50 Meter groß und 135 Kilogramm schwer werden. Er kann locker eine halbe Stunde lang 50 Stundenkilometer schnell laufen und schafft auf Kurzstrecken sogar 70 Stundenkilometer. Da könnte er bei uns glatt über die Landstraße laufen! Seine kräftigen langen Beine und die Zehen mit den Krallen gebraucht er nicht nur zum Rennen, sondern auch als Waffen. Damit kann er sogar einen Löwen tödlich verletzen.

Der Strauß besitzt auch die größten Augen aller Landwirbeltiere auf der Erde. Sie haben einen Durchmesser von fünf Zentimetern und sind damit viermal so groß wie Menschenaugen. Damit kann der Strauß auch richtig gut sehen. Er erkennt Angreifer wie zum Beispiel Löwen oder Leoparden schon in 3,5 Kilometern Entfernung.

Das größte Ei

Natürlich legt der größte Vogel der Welt auch das größte Ei: Ein Straußenei ist bis zu 20 Zentimeter lang, hat bis zu 15 Zentimeter Durchmesser und wiegt bis zu 1,8 Kilogramm, so viel wie etwa 15 Hühnereier.

Ein Straußenhahn lebt mit mehreren Straußenhennen zusammen. Jede Henne legt 2 bis 12 Eier in das große Gemeinschaftsnest. Nur die größten werden von der Haupthenne und dem Hahn ausgebrütet. Die Küken schlüpfen nach sechs Wochen.

Kopf in den Sand

Es stimmt nicht, dass der Strauß, wenn er Angst bekommt, den Kopf in den Sand steckt. Denn er versteht sich durchaus zu wehren mit seinen kräftigen Beinen und Füßen. Das Gerücht beruht wahrscheinlich auf einer optischen Täuschung. Wenn der Strauß in der flirrenden Hitze der Savanne Körner aufpickt, ist sein kleiner Kopf aus der Ferne in der flimmernden Luft über dem aufgeheizten Boden oft nicht zu erkennen.

Nandus an der Ostsee

Es klingt seltsam – aber seit 15 Jahren gibt es auch in Mecklenburg-Vorpommern im Gebiet um den Schaalsee freilebende Nandus. Sie stammen von 3 Nandu-Paaren ab, die 2001 aus einem Gehege in der Nähe von Lübeck ausgebrochen sind.  Seitdem haben sie sich vermehrt. Inzwischen schätzen Naturschützer den Bestand auf mindestens 140 Vögel.  Die Exoten aus Südamerika sind streng geschützt und dürfen nicht gejagt werden.

Mehr Infos über flugunfähige Vögel allgemein erfährst du hier.

Du möchtest den großen Laufvögeln helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!