Wie zählt man

eigentlich Tiger?

Tiger streifen als Einzelgänger durch schwer zugängliche Gebiete. Sie zu zählen ist deshalb kompliziert, aufwändig und dauert lange, oft mehrere Jahre.

Denn erstens sind ihre Reviere zwischen 50 (Sumatra) und 4.000 Quadratkilometer (Amur) groß – das ist fast fünfmal größer als Berlin. 

Zweitens sieht man die Tiger nicht, weil sie sich meist gut verstecken. Deshalb muss man ihre Spuren suchen und diese genau vergleichen, um kein Tier doppelt zu zählen. Dabei helfen Fotos und Videos aus Kamerafallen. Wie auf der Insel Sumatra: Hier tapste eine Tigermutter mit ihren Jungen in die Kamerafalle.

 

Und auch in der Amur-Region: Dort haben dieses Jahr 2.000 Spezialisten, auch vom WWF, rund 150.000 Quadratkilometer nach Tigern abgesucht, das ist eine Fläche fast halb so groß wie Deutschland. Wochenlang haben sie Wälder durchkämmt und nach Fußspuren (Bild ganz oben) Krallenspuren und Fellresten gesucht.

Anders als in den Tropen können die Tigersucher in der Amur-Region im Schnee Tigerspuren entdecken, jedenfalls im Winter. Das ist sehr praktisch. Aber auch dort helfen ihnen Kamerafallen dabei, die Tiger besser unterscheiden zu können. Vor allem am Streifenmuster des Fells erkennen WWF-Wissenschaftler, ob da verschiedenen Tiger auf den Bildern zu sehen sind oder immer nur derselbe.

So eine Fotofalle ist völlig ungefährlich für die Tiger: Sie besteht meist aus zwei Kameras, die den Tiger von zwei Seiten aufnehmen, wenn er sie durch seine Bewegung auslöst.

Wir nehmen den Fotochip heraus, schieben ihn in unseren Laptop und dann sehen wir – ja, echt, es war tatsächlich ein Tiger da! Bisschen unscharf das Bild, verwackelt, dunkel, doch gut erkennbar.

Mehr über Tiger und alle Unterarten liest du hier.