Der Lauf im Kreis des Lebens

Auch in warmen Regionen wandern Tiere

1,2 Millionen Gnus sind jedes Jahr in Ostafrika auf einem 500 Kilometer langen Rundkurs von der Serengeti-Steppe im Süden zur Savanne der Masai-Mara im Norden und zurück unterwegs. Ihnen folgen 400.000 Thomson-Gazellen und mehr als 250.000 Zebras. Sie alle ziehen das ganze Jahr auf der Suche nach frischem Wasser und Gras durch Steppe, Buschland und Wälder.

Die Regenzeit verbringen sie am Ngorongoro-Krater in Tansania. Von dort ziehen sie ab Juni Richtung Viktoriasee und im August weiter nach Norden zum Mara-Fluss. Er ist der einzige Fluss in der Serengeti, der das ganze Jahr über Wasser führt. Der WWF hilft gerade dabei, dass die Menschen für Bewässerungen nicht mehr so viel Wasser  aus diesem Fluss abzweigen, damit die Tiere nicht verdursten.

Das Leben von Gnu und Co. ist so schon beschwerlich genug. An ihre Fersen heften sich nämlich Löwen, Geparden und Leoparden, Hyänen, Schakale und Geier. Beim Durchqueren der Flüsse warten Krokodile auf sie.

Warum also tun sich die Tiere das an? Ebenfalls aus Hunger! Auf ihrem Weg nach Norden weiden die Gnus das hohe, nach der Regenzeit vertrocknende Gras ab und regen es so zu neuem Wachstum an. Das so entstehende frische Gras fressen dann die Thompson-Gazellen, die den Gnus Wochen später folgen. Sie könnten das vertrocknete Langgras gar nicht verdauen.