Wildpferde

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Das Camargue-Pferd im Rhône-Delta in Südfrankreich (Bild oben) wird etwa 1,35 bis 1,50 Meter hoch. Dort gibt es fast nur Schimmel. Es stammt von freigelassenen Hauspferden ab. Lebt am Mittelmeer auf einem Boden, der oft mit kaltem Salzwasser bedeckt ist und als Nahrung nur spärliche Sträucher, Riedgräser, Schilf und Salzpflanzen bietet. Camargue-Pferde müssen daher einen robusten Magen haben! Und Riesenhufe, damit sie im sumpfigen Boden nicht einsinken. Wie viele es genau von ihnen gibt, ist unbekannt.

Das Takhi oder Przewalski-Pferd (Bild oben) gilt als ursprünglichstes Pferd der Welt. Benannt wurde das robuste beigefarbene Tier mit der dunkelbraunen Mähne (bis 1,46 Meter Schulterhöhe) nach dem russischen Forscher Michail Przewalski, der es 1877 als Urahnen unserer modernen Pferde entdeckte. Nachdem es vor 50 Jahren in der Wildnis ausgerottet worden waren, leben heute allein in der Mongolei wieder drei Gruppen mit insgesamt mehr als 300 Tieren in Freiheit. Rechnet man alle Tiere aus Zoos und in freier Wildbahn zusammen, dann existieren heute wieder rund 2.000 Przewalski-Pferde auf der Welt.

Der Mustang in Nordamerika: Etwa 1,45 Meter Schulterhöhe, Farbe weiß, braun oder schwarz. Er stammt von Hauspferden ab (Araber und Berber), die im 16. Jahrhundert den spanischen Eroberern entlaufen waren. Anfang des 18. Jahrhunderts gab es dort fast zwei Millionen Tiere! Weil die Farmer Angst um ihr Weideland hatten, wurden die Mustangs massenweise getötet. 1971, als sie endlich geschützt wurden, gab es nur noch knapp 17.000 dieser tollen Pferde. Heute wird ihr Bestand auf knapp 50.000 geschätzt.

Das Dülmener Wildpferd im westfälischen Naturschutzgebiet Merfelder Bruch bei Dülmen: Etwa 300 der stark gefährdeten Tiere leben dort in freier Wildbahn. Sie sind 1,20 bis 1,35 Meter hoch und braun bis grau gefärbt. Ihre Vorfahren wurden 1850 eingefangen und in einem geschützten Gebiet angesiedelt, sonst hätten sie nicht überlebt. 

Auch andernorts gibt es weitere freilebende ehemalige „Zahmpferde“ – zum Beispiel: Das Sable-Island-Pferd auf der gleichnamigen Atlantikinsel vor der kanadischen Küste, das Namibische Wildpferd in Südwestafrika, der Brumby in Australien und das Exmoor-Pony in Südwestengland, von dem es nur noch einige hundert Tiere gibt. Oder der Tarpan (Bild unten), das westaurasische Wildpferd.

Das Takhi oder Przewalski-Pferd lebt heute wieder in Freiheit – in der Mongolei. Allerdings erst wieder seit 1992, nachdem es dort erneut angesiedelt wurde, mit Hilfe des WWF. Denn obwohl die Mongolei so groß und fast menschenleer ist, waren irgendwann alle Wildpferde eingefangen und zu Haustieren gemacht worden. Zum Glück gab es in Frankreich noch einige Tiere in einem Zoo, so dass zuletzt im September 2004 zwölf Tiere in der Khomiin-Tal-Steppe ausgewildert wurden. Dort passt jetzt der WWF auf, dass ihnen nichts geschieht und sie sich vermehren. Alle anderen, frei lebenden Pferde sind ehemalige Haustiere. Ehemals zahme Rockys, die verwildert sind. In Lettland siedelte der WWF wieder aus verwilderten Hauspferden zurückgezüchtete Wildpferde an.

Was meinst du?

Wenn heute Reitpferde ausbüxen würden, könnten sie auch zu „Wildpferden“ werden?

Bei uns sicher nicht. Es gibt hierzulande zu viele Straßen und Städte, sie kämen vermutlich nicht weit. Und sie blieben wahrscheinlich auch nicht unter sich. Weil auch Wildpferde sehr gesellig sind, würden sie sich den vielen Hauspferden auf Weiden anfreunden und auch paaren. In der Mongolei hingegen, wo es große menschenleere Gebiete gibt, könnte es klappen.

Ausflugstipp: Wildpferde ansehen

In Deutschland kann man an vielen Orten Wildpferde ansehen: Im Umweltzentrum Hanau (Naturschutzgebiet Campo Pond) genauso wie im Meerfelder Bruch im Münsterland, im Leipziger Zoo oder im Tierpark Weilburg. Selbst in Berlin arbeiten Wildpferde als „natürliche Rasenmäher“, zum Beispiel am Autobahndreieck Pankow auf den Feldern bei Hobrechtsfelde. Vielleicht gibt es auch in deiner Nähe Wildpferde. Einfach mal im Internet „Wildpferde“ und die eigene Region eingeben. Viel Glück!

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