Vom Wolf zum Hund

Enge Verwandte

Auch unsere Haushunde sind Unterarten des Wolfes. Vor langer Zeit begannen Menschen, einige Wölfe zu zähmen, sie an sich zu gewöhnen und aus ihnen Haustiere zu züchten. Später halfen Hunde den Menschen, Tierherden zu hüten und zusammenzutreiben.

Obwohl sie zur gleichen Art gehören, unterscheiden sich Wolf und Hund:

• Nachwuchs: Wölfe bekommen nur einmal im Jahr Junge, Hunde können zweimal jährlich Junge zur Welt bringen.
• Schwanz: Haushunde tragen ihren Schwanz meist eingerollt oder sie stellen ihn nach oben. Wölfe dagegen tragen ihren Schwanz die meisten Zeit gesenkt.
• Duftdrüse: Wölfe besitzen eine Violdrüse auf der Schwanzoberseite. Damit können sie eine duftende Flüssigkeit absondern, mit der sie anderen Wölfen zum Beispiel sagen können: Ich gehöre zu deinem Rudel, greif mich nicht an. Hunde haben diese Drüse nicht mehr oder verkümmert.
• Laufen: Wölfe laufen in einem gleichmäßigen, geraden Trab, der Energie spart. Dabei setzen sie ihre Hinterpfoten in die Abdrücke der Vorderpfoten. Noch besser: Ein Rudeltier platziert seine Pfoten manchmal sogar in die Abdrücke seines Vorgängers, so dass man oft nicht erkennen kann, wie viele Tiere da unterwegs sind. Hunde können das meist nicht über längere Strecken.

Wie viel Wolf steckt in deinem Hund?

… oder in dem deines Freundes, deiner Tante oder Nachbarin. Beobachte mal einen Haushund, den du kennst. Du wirst sehen, dass manches an ihm sehr stark an einen Wolf erinnert:

1. Knochen oder Leckereien vergraben: Genau das macht der Wolf mit den Resten seiner Beute.
2. Stock fangen und in der Schnauze hin und her schütteln: Ein junger Wolf übt so für später, wenn er seine Beute fängt.
3. Abschlecken: Ein kleiner Wolf schleckt seine Mutter ab und bettelt damit um Fressen. Ein Hund schleckt dich gern, wenn er Fressen will oder du mit ihm spielen sollst.
4. Vor dir auf den Rücken legen: Ein Wolf legt sich vor seinen Eltern auf den Rücken und zeigt damit: Sie sind die Entscheider. Macht das dein Hund auch bei dir?

Spürhunde im Einsatz

Im Auftrag des WWF waren auch schon Spürhunde im Einsatz. in Sachsen-Anhalt erschnüffelten Ando (im Bild oben) und zwei Hunde-Kollegen frische Häufchen von Wölfen. Warum? Davon können Wissenschaftler Proben entnehmen, im Labor untersuchen und dann das Erbgut der Tiere feststellen. So können sie herausfinden, wie die Wölfe miteinander verwandt sind.

So erfahren wir außerdem, woher die Wölfe stammen oder ob sie sich womöglich mit Hunden gepaart haben. In 32 Tagen fanden die drei Hunde insgesamt 29 Wolfshäufchen, von denen 13 für Erbgut-Untersuchungen geeignet waren.

Was Spürhunde noch erschnüffeln können, erfährst du hier.

Mehr über den Wolf liest du hier.