Ziegen

Gemeckert wird immer

Am meckernden Mee-ee-ee-ee-ee-eehhh erkennst du sofort: Hier ruft eine Ziege. Sie gehört zu den bekanntesten Tieren, weil sie weltweit als Nutztier auf Bauernhöfen und Weiden verbreitet ist.

Ziegen meckern, wenn ihnen etwas nicht passt, Aber auch, um ihre Jungen zu rufen. Sie haben also eine richtige Meckersprache!

© WWF: Bezoarziege

Erste Haustiere aus wilden Ziegen wurden vermutlich im Vorderen Orient gezüchtet – vor 8.000 bis 13.000 Jahren. Die meisten Hausziegen stammen wohl von der wilden Bezoarziege ab. Diese Wildziege lebt in den Hochgebirgen zwischen Kleinasien und Pakistan. Sie wird bis zu 1,5 Meter groß, die Hörner des Bocks werden bis zu 1,3 Meter lang.

Die Menschen nutzten vor allem die Milch der Ziegen, ihre Lederhaut und das Fleisch. Außerdem kommen Ziegen auch mal mit wenig Nahrung aus, vertragen Hitze und Kälte und können leicht gezähmt werden. Ihre Häufchen lassen sich praktischerweise noch als Dünger und Brennmaterial verwenden.

Steckbrief Ziegen

© WWF: Iberiensteinbock

Bock (Männchen) und Ziege oder Geiß (Weibchen): Bei allen Arten tragen auch die Weibchen Hörner und einen Bart, beides aber deutlich kleiner als die Männchen.

Biologen teilen die Ziegen in 9 Arten ein: Äthiopischer Steinbock, Sibirischer Steinbock, Alpensteinbock, Syrischer Steinbock, Schraubenziege, Bezoarziege, Westkaukasischer Steinbock, Ostkaukasischer Steinbock und Iberiensteinbock.

Die größte Ziege ist der Äthiopische Steinbock mit einer Körperlänge bis zu 1,96 Meter. Der Westkaukasische Steinbock bringt bis zu 155 Kilogramm auf die Waage.

Die größten Hörner hat die Schraubenziege mit bis zu 1,65 Meter Länge.

Der längste Kinnbart wächst den West- und Ostkaukasischen Steinböcken mit bis zu 18 Zentimetern.

© WWF: Der Alpensteinbock kann super klettern.

 

Lebensraum: Fast überall von Wäldern bis Wüsten, in Gebirgen bis zu 6.000 Metern Höhe.

Verbreitung: Wilde Ziegenarten gab es einst in Europa, Vorder- und Zentralasien sowie Nordafrika. Doch viele wurden bejagt und ihr Lebensraum zerstört. Daher sind sie an vielen Orten ausgestorben. Stattdessen hat der Mensch die Hausziege weltweit verbreitet.

Lebensweise: Die Weibchen leben mit ihrem Nachwuchs oft in Gruppen, die Männchen sind Einzelgänger oder leben mit anderen Jungmännchen zusammen. Nur zur Paarungszeit kommen die Männchen mit Weibchen zusammen.

Nachwuchs: Weibchen bringen nach fünf bis acht Monaten ihren Nachwuchs zur Welt, meist 1 bis 2 Jungtiere. Sie wiegen bei der Geburt etwa 2 Kilogramm und können innerhalb eines Tages laufen.

Alter: Bis zu 19 Jahren.

Dickköpfe

Wer „dickköpfig“ ist und unbedingt „mit dem Kopf durch die Wand“ will, der verhält sich wie ein Ziegenbock. Denn die Männchen der Ziegen gehen während der Paarungszeit beim Kampf um die Weibchen mit gesenkten Köpfen aufeinander los und beharken sich mit ihren Hörnern.

Mit ihren mächtigen Hörnern wollen Ziegenböcke auch die Weibchen beeindrucken.

Hausziegen

Weltweit gibt es etwa 600 Millionen Hausziegen. Sie gehören zu rund 1.200 verschiedenen Ziegenrassen, die vor allem für Fleisch, Milch, Leder oder superdünne Wolle (Kaschmirziege) gezüchtet werden. Auch manche Hausziegen in der Mongolei tragen Wolle, die man scheren kann (Bild unten).

Eine weibliche Hausziege gibt im Jahr im Durchschnitt etwa 600 Liter Milch. Dafür braucht sie aber sehr wenig Platz und Futter. Deshalb gilt die Ziege noch heute als „die Kuh der armen Leute“.

Probiere mal Milch und Käse von Ziegen

Wähle dafür möglichst Produkte aus ökologischer Weidewirtschaft mit Biosiegel. Übrigens: Ziegenkäse schmeckt und riecht manchmal etwas streng durch die ziegentypische Caprinsäure. Das finden viele lecker. Frische Ziegenmilch hingegen müffelt nicht.

Besonderes über Ziegen

© Hausziegen knabbern auch auf Bäumen.

Ziegen klettern gerne, sogar auf Bäume, wenn sie dort au leckere Blätter kommen können.

Ziegen mögen Brombeersträucher. Dabei zupfen sie so geschickt die Blätter von den Zweigen, dass sie sich nicht wehtun. Die Früchte mögen sie wohl auch.

Britische Forscher fanden heraus, dass Ziegen sehr schnell Tricks lernen, um an Futter zu kommen – und sich diese sogar über Monate merken können.

Ziegen können als Landschaftspfleger sogar größere Bäume abfressen, denn sie können sich auf ihre Hinterbeine stellen und sich hochrecken.

Ziegen beruhigen: Damit Pferde nicht traurig oder aggressiv werden, stellt man ihnen manchmal eine Ziege in den Stall.

Ziegen fühlen sich wie Schafe auch in kalten Regionen wohl, etwa im Norden der Erde oder in Hochgebirgen von den Alpen bis zum Himalaja. Interessant: Je kälter es ist, desto größer sind die Arten und ihre Hörner – und desto heftiger die Kämpfe der Männchen.

Was der WWF tut

Der WWF hilft zum Beispiel im Kaukasus und in der Mongolei, den Lebensraum von Wildziegen zu bewahren und sie vor Wilderern zu schützen. In Deutschland unterstützt der WWF außerdem die tiergerechte Haltung von Ziegen auf Weiden.

Du möchtest den Wildziegen helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für seinen Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!