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Amazonien

Der größte Regenwald der Erde

Nirgendwo auf der Welt gibt es mehr Regenwald als in Amazonien, das ist die Region in Südamerika um den Amazonas-Fluss herum.Der Wald erstreckt sich heute auf etwa 5,36 Millionen Quadratkilometer. Das ist rund 15-mal so groß wie Deutschland. Ursprünglich war ws sogar noch viel mehr Wald, doch rund ein Fünftel wurde abgeholzt.

Im Amazonas-Regenwald lebt rund ein Zehntel aller Tier- und Pflanzenarten auf der Erde (einige davon stellen wir dir hier vor). Oft tummeln sich viele Arten auf kleinstem Raum. Auf einem einzigen Quadratkilometer des Amazonas-Regenwaldes (das sind 1 mal 1 Kilometer) brüten bis zu 230 Vogelarten – etwa zehnmal mehr als durchschnittlich in unseren Breiten! Auf nur einem einzigen Baum fanden Forscher 95 verschiedene Ameisenarten – fast so viele wie in ganz Deutschland!

Warum leben im Regenwald so viele Arten?

Zum einen, weil es dort besonders warm ist und viel regnet. Zum anderen, weil es im Boden wenig Nährstoffe gibt: Pflanzen und Tiere entwickelten daher ganz schön viele Tricks, um zu überleben. Pflanzen zum Beispiel haben große Luftwurzeln, um Nährstoffe aus der Luft einzufangen. Oder sie locken Tiere an, um sie zu fressen. Harmlose Tiere ahmen im Aussehen gefährliche Tiere nach.

Manche Fische jagen mit Strom, andere fressen Früchte, die von Bäumen ins Wasser fallen. Auf diese Weise entstanden im Lauf vieler Millionen Jahre immer mehr Tierund Pflanzenarten.

Etagenwohnung Regenwald

1. Die Wipfel des Waldes bilden Riesenbäume, die wie Türme aus dem „Regenwalddach“ herausragen. Sie können bis zu 60 Meter hoch werden, also so groß wie ein zwanzigstöckiges Haus. Meist sind sie Hunderte von Jahren alt! Weil dort oben eine Bruthitze herrscht, sind ihre Blätter zum Schutz vor dem Austrocknen mit einer wachsartigen Schicht überzogen.

2. Das Regenwalddach ist bis zu 40 Meter hoch und bildet einen riesigen Schirm aus großen Baumkronen, die ineinandergreifen und oft mit Lianen „verknotet“ sind. Hier ist am meisten los, denn hier leben vermutlich die meisten Tierarten.

3. Die mittlere Wald-Etage wächst bis zu 25 Meter hoch. Schlangen oder Baumsteigerfrösche können von unten einige Meter nach oben kriechen oder klettern. Andere hangeln sich vom Kronendach bis hierhin herunter wie manche Papageien oder Aff en.

4. Im Erdgeschoss kann es schon recht dunkel sein. Hier herrschen vor allem Termiten, Ameisen, Pilze und Mikroben. Sie recyceln alle toten Pflanzen und Tierreste. Das heißt: Sie zerlegen sie in ihre Bausteine und gewinnen so kostbare Nährstoffe. Und natürlich schleicht hier auch der Jaguar umher.

Der größte Fluss der Welt

Der Amazonas ist außerdem der wasserreichste Fluss der Erde. Misst man die Länge des Amazonas bis zu seiner entferntesten Quelle oben im Anden-Gebirge, erreicht er unglaubliche 6.788 Kilometer. Über eine Strecke von gut 2.000 Kilometer ist der Hauptlauf durchschnittlich fünf Kilometer breit.

Bei Hochwasser dehnt sich der Fluss auf bis zu unglaubliche 120 Kilometer aus. Der Amazonas hat super viele Nebenflüsse, insgesamt 1.100! Über 3.000 Fischarten leben darin, darunter auch der bis zu 2,50 Meter lange Arapaima oder der Amazonas-Flussdelfin. 

In dieser halb versunkenen Welt müssen sich die Pflanzen den Überschwemmungszeiten anpassen, um überleben zu können. An den sumpfigen Ufern stehen Bäume deshalb auf Wurzeln, die sich wie Stelzen über die Wasseroberfläche erheben. 

Die Hüter der Wälder

Im Amazonas-Gebiet lebt im Schnitt nur ein Mensch pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 231 Einwohner pro Quadratkilometer. Trotzdem leben etwa 390 verschiedene indigene Völker in Amazonien, häufig noch traditionell. Sie sprechen mehr als 280 verschiedene Sprachen.

Sie alle brauchen den Regenwald. Denn er ist ihre Heimat! Sie kennen den Wald und seine Gesetze. Sie wissen deshalb, wie man darin lebt.

Von ihnen können Wissenschaftler noch viel lernen. Zum Beispiel, wie man die Pflanzen und Tiere des Regenwaldes nutzt, ohne Arten auszurotten oder dem Wald zu schaden. Oder welche Pflanzen helfen, Krankheiten zu heilen. Der WWF unterstützt Amazoniens Ureinwohner und hilft ihnen, ihre Wälder zu schützen.

Mehr Infos findest du hier