Amazonien

Warum wird Regenwald zerstört?

Warum wird der Regenwald in Amazonien abgeholzt? Dafür gibt es vor allem vier Gründe:

1. Um Weiden für Rinder zu schaffen. Doch ohne das Blätterdach ist der Boden bald ausgelaugt, die Bauern müssen weitere Wälder roden, um ihre vielen Rinder zu ernähren.

2. Um Soja und andere Pflanzen anzubauen. Die dienen meist als Tierfutter – auch für Hähnchen, Schweine und Rinder, die in Deutschland gezüchtet werden und deren Fleisch wir essen.

3. Um Möbel, Holzkohle oder Papier herzustellen oder Häuser zu bauen.

4. Um an Bodenschätze wie Gold zu gelangen oder große Staudämme zur Stromerzeugung anzulegen.

Bis heute ist etwa ein Fünftel der Regenwälder Brasiliens abgeholzt worden. Und jedes Jahr verschwindet weiterer Regenwald – eine Fläche mehr als fünfmal so groß wie Berlin.

Warum ist das schlimm? Wenn Regenwald vernichtet wird, verlieren Tier- und Pflanzenarten ihre Heimat und sterben vielleicht sogar aus. Gewässer und Luft verschmutzen noch mehr und der Klimawandel wird heftiger.

Aktuell plant Brasilien, einige Gesetze zu ändern, um noch leichter Amazonas-Regenwald für Bergwerke, Staudämme oder Landwirtschaft abholzen zu können. Diese Gesetzesänderungen will der WWF zusammen mit vielen anderen Umweltorganisationen und den indigenen Völkern unbedingt verhindern. Denn wir alle auf der Welt brauchen große, gesunde Regenwälder.

Warum wir Regenwälder brauchen

Der Regenwald von Amazonien ist weit weg. Doch er ist für alle Menschen enorm wichtig – auch für uns in Deutschland.

Der Regenwald ist für uns

1. Apotheke: Aus vielen tropischen Pflanzen werden Medikamente gewonnen – wie etwa gegen Bauchschmerzen  oder gegen Infektionen.

2. Speisekammer: Eine Menge Nutzpflanzen stammen aus Tropenwäldern – wie die Banane oder der Kakao.

3. Rohstoff-Lieferant: Aus vielen Pflanzen werden Öle, Fasern, Farbstoffe, Treibstoffe und andere wertvolle Produkte für unser Leben hergestellt.

4. Wasserspeicher: Regenwälder funktionieren wie Riesenschwämme, die ganz viel Regenwasser aufsaugen - und so für stetig sprudelnde Quellen sorgen.

5. Klimaanlage: Über die Blätter schwitzen Regenwälder das Wasser wieder aus – und erzeugen so ihre eigenen Wolken. Außerdem speichern die Regenwaldpflanzen ganz viel Kohlenstoff. So bremsen sie den Klimawandel weltweit!

Deshalb macht sich der WWF weltweit für die Rettung der letzten Regenwälder und ihrer Bewohner stark – mit vielen Projekten und Aktionen.

Beispiel ARPA und Juruena

ARPA ist eine englische Abkürzung und bedeutet übersetzt „Schutzgebietsprogramm für die Amazonas-Region“.  Hinter diesem Namen verbirgt sich das größte Naturschutzprojekt der Welt! Bis zum Jahr 2016 will Brasilien rund ein Siebtel des brasilianischen Amazonas-Regenwaldes durch Schutzgebiete sichern. Das ist eine Fläche so groß wie Deutschland und Großbritannien zusammen. Der WWF und die deutsche Bundesregierung unterstützen Brasilien dabei.

Auf eines der ARPA-Gebiete passt der WWF Deutschland auf. Zuständig ist er für den Juruena-Nationalpark und das aus neun Schutzgebieten bestehende Apuí-Mosaik. Beide zusammen sind fast so groß wie das Bundesland Niedersachsen.

Dort hilft der WWF zum Beispiel den Bauern, ihre Äcker und Weiden so anzulegen und zu bewirtschaften, dass sie ihre Familien von den Erträgen ernähren können und dafür keinen weiteren Wald roden müssen. Der WWF geht auch in die Schulen der Siedler und zeigt den Kindern, wie wertvoll der Wald ist, wie man ihn nutzt und zugleich bewahrt. Und er hilft den Behörden, unerlaubtes Baumfällen und Goldsuchen zu verhindern.

Mehr Infos findest du hier