Drucken

Amur-Region

Tiger, Bären, Leoparden

Im Sommer ist es superheiß, im Winter bitterkalt: Wer bitteschön lebt in so einer extremen Gegend wie der Amur-Region auf der anderen Seite der Erdkugel? Überraschung: ganz schön viele Tiere!

Die Amur-Region ist fast sechsmal so groß wie Deutschland. Dort leben Tier- und Pflanzenarten aus der Arktis, den Tropen und aus unseren gemäßigten Klimazonen nebeneinander. Deshalb

  • wachsen dort 4.146 Arten höherer Pflanzen – 800 davon gibt es nirgendwo anders auf der Welt (das nennt man endemisch);
  • schwimmen mehr als  400 Fischarten;
  • fliegen 500 Vogelarten und
  • schwirren 27.000 Insektenarten.

Berühmt sind allerdings die großen Arten: Zum Beispiel die letzten Amur-Tiger und Amur-Leoparden oder andere seltene Tiere wie der Riesenseeadler, der Mandschurenkranich, der Kragenbär oder das Moschustier.

Benannt ist die Region nach dem 2.824 Kilometer langen Fluss, der dort in Ostrussland größtenteils noch unberührte Laub- und Nadelwälder durchfließt.

Was macht der Tiger im Winter?

In der Amur-Region ist es im Winter oft noch kälter als in eurem Gefrierschrank. Denn die Temperaturen können dort oft bis auf minus 40 Grad Celsius absinken. Da gefriert so manchem Schüler auf dem Weg zur Schule schon mal die Tinte im Füller!

Deshalb hat der Amur-Tiger eine dicke Fettschicht und trägt ein dichtes Winterfell mit bis zu elf Zentimeter langen Haaren. Nur die Füße können ihm Probleme bereiten: Zwischen seinen Fußzehen bilden sich nach jedem Schritt leicht Eisklumpen, die an den Haaren hängen bleiben, dann reiben und die Haut blutig aufschürfen (passiert übrigens auch Hunden bei uns im Winter!).

Deshalb läuft der Amur-Tiger am liebsten immer auf denselben Pfaden entlang, wo der Schnee bereits fest getrampelt ist. Bis zu 20 Kilometer am Tag ist er so auf der Suche nach Futter unterwegs, manchmal sogar bis zu 50 Kilometer. Das ist nicht so ungewöhnlich, denn das Revier eines Tigers kann mehr als 1.000 Quadratkilometer groß sein.

Er sucht vor allem Hirsche und Wildschweine, an die er sich auf leisen Sohlen bis auf etwa zehn Meter geduckt anschleicht, um sich dann mit wenigen gewaltigen Sprüngen auf sie zu stürzen. Ausgehungert kann ein Amur-Tiger bei einer Mahlzeit durchaus 25 Kilogramm Fleisch verschlingen. Rund neun Kilogramm braucht er jeden Tag im Durchschnitt. Das heißt: Er kann auch mal ein, zwei Tage ohne Jagderfolg überleben. Übrigens: Den Rest seiner Beute versteckt der Amur-Tiger, so dass er noch bis zu einer Woche davon fressen kann.

Die Tigerpfade sind für Naturschützer ideal, um die Raubkatzen zu zählen. Leider nutzen aber auch Wilderer diese Spuren, um den Amur-Tigern aufzulauern und sie zu töten. Deshalb sind die Tigerschützer des WWF besonders im Winter unterwegs, um die größten Raubkatzen der Erde zu schützen.