Buntes Bolivien

Der Wald der Kinder

Ein Wald der Kinder ist so etwas wie ein Klassenzimmer im Freien. Hier lernen sie, Natur so zu pflegen, dass sie noch da sein wird, wenn sie groß sind. Und damit das immer mehr Kinder mitbekommen, hat der WWF sogar Umwelt-Videos gedreht. Eines davon findest du unten auf dieser Seite.

Bolivien liegt in Südamerika und ist etwa dreimal so groß wie Deutschland, hat aber nur rund zehn Millionen Einwohner (bei uns sind es 82 Millionen).

In Bolivien hat die Natur noch viel Platz, und sie ist dort auch etwas ganz Besonderes: Es gibt bis zu 6.500 Meter hohe Berge, den höchst gelegenen See der Welt, den Titicacasee auf 3.810 Metern, und noch viel Regenwald mit Jaguaren, Brillenbären und Flussdelfinen.

Im Land mit der reichen Natur sind allerdings die meisten Menschen sehr arm. Ein Drittel aller Bolivianer muss von weniger als zwei Euro am Tag leben. Etwa eine Million Kinder müssen arbeiten, weil das Geld nicht reicht oder keine Familie für sie sorgt. Auf dem Land ernten sie Zuckerrohr, im Supermarkt packen sie Einkäufe in Plastiktüten, oder sie waschen Autos auf der Straße. Sie fehlen zwar häufiger im Unterricht, ihre Leistungen sind aber kaum schlechter als die der nichtarbeitenden Schüler.

Für alle Kinder Boliviens ist Bildung sehr wichtig. Denn sie kann ihnen helfen, ihre Lebenssituation zu verbessern. Dazu gehört auch das Wissen über die Natur. Der WWF hilft Kindern in Bolivien, das Wichtigste über den Regenwald, die Tiere darin und vieles andere über die Natur zu erfahren.

Aber nicht nur auf der Schulbank, sondern ganz praktisch: Die Kinder, die beim WWF-Projekt „Wald der Kinder“ mitmachen, legen einen eigenen kleinen Wald an und pflegen ihn. So lernen sie, wie man Natur nutzen und zugleich erhalten kann.

Ein Klassenzimmer im Freien

Wichtigste Regel: Die Kinder – manchmal sind es einige wenige, manchmal mehr als 30 – sind allein für ihren Wald verantwortlich, kein Erwachsener darf ihnen reinreden. Sie dürfen ihr Grundstück so gestalten, wie sie wollen: als Wald, als Obst- und Gemüsegarten oder als Naturspielplatz.

Sie dürfen ihr Grundstück pflegen, behüten, wachsen und gedeihen lassen nach ihren eigenen Vorstellungen – von Tomatenpflänzchen bis zu kleinen Mahagonibäumen. Sie gießen in der Trockenzeit, graben um, pflanzen ein und säen aus.

Das alles machen sie meist nach der Schule, oft aber auch als Teil des Unterrichts. Dort lernen sie, wie man so einen Garten oder Wald anlegt – und wie man überhaupt mit der Natur so umgeht, dass alles wächst und gedeiht und nicht verkümmert und eingeht.

BOSNI

BOSNI heißen die Kinderwälder in Bolivien. Der Name kommt vom spanischen „BOSque de NInos“, das heißt „Wald der Kinder“. Die ersten BOSNI wurden in sechs Gemeinden eingerichtet.

Weitere 22 „Wälder der Kinder“ sind geplant. Bis April 2016 bildet der WWF außerdem 500 ältere Kinder bis zu 18 Jahren als „Guardabosni“ – Beschützer der Kinderwälder – aus. Sie passen auf die jüngeren Kinder und die Wälder auf.

Mehr über die Tiere in Bolivien liest du in diesem Ausschnitt aus Young Panda-Aktuell 4/13. Mehr über die Bildermalaktion erfährst du hier.

Vom Wald der Kinder zum Umwelt-Video

Der WWF hat außerdem eine Lern-CD für alle Schulen und Klassen gemacht. Da steckt eine Menge drin, die Kinder über Natur und Umwelt erfahren können. Diese Lern-CD wurde 60.000-mal kopiert und an die Lehrer in Bolivien verteilt.

Außerdem wurden Videos für Kinder gemacht. Darin erklärt das Mädchen Suri mit ihrem kleinen Hund Chapu anderen Kindern die Umweltprobleme ihres Landes – von der Luftverschmutzung bis zu vielen Plastiktüten.

Die Videos über Plastiktüten zum Beispiel wurden über fünf Monate lang von Boliviens Fernsehsendern gezeigt. Jetzt wurde in Bolivien ein neues Gesetz entworfen, nach dem Plastiktüten in den Supermärkten nicht wie bisher kostenlos in Massen abgegeben werden, sondern dass dafür bezahlt werden muss. Dann überlegt sich nämlich jeder zweimal, ob er wirklich eine Tüte braucht.

Hier unten siehst du das Video mit Suri. Es zeigt, dass wir alle zu viel Plastik verbrauchen und dass das für die Natur nicht gut ist. Das Video ist auf spanisch, aber du verstehst es bestimmt trotzdem.

 

Die Figuren aus den Videos sind jetzt sogar richtige Maskottchen für alle Themen rund um die Umwelt in Bolivien. Als nächstes Thema will die Regierung Boliviens mit dem WWF auch die Entsorgung von Batterien angehen.

Wusstest du, dass es zu Bolivien eine ganze YOUNG PANDA-Aktuell-Ausgabe gibt? Hier kannst du in die ersten drei Seiten reinschnuppern: YOUNG PANDA-Aktuell 4/13.

Du möchtest den Tieren und der Natur in Bolivien helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!