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Im Herzen von Borneo

Orang-Utans und Nebelparder

Willkommen auf der drittgrößten Insel der Welt! Auf Borneo wachsen heute die größten und ältesten Regenwälder Asiens. Sie sind enorm wichtig für das Klima der ganzen Erde, als Wasserspeicher der Insel und als Lebensraum vieler besonderer Tier- und Pflanzenarten.

Stell’ Dir vor, es wäre August, sehr warm und sehr regnerisch. Dann weißt Du, wie es sich auf Borneo anfühlt: Dort herrschen tagsüber 30 bis 32 Grad Celsius und es fallen jedes Jahr mindestens 3.000 Liter Regen auf jeden Quadratmeter. Das ist rund fünfmal mehr als bei uns.

Kein Wunder, dass der Regenwald Regenwald heißt: Borneo liegt zwischen Indischem und Pazifischem Ozean. Dort herrscht ein warmes und feuchtes Äquatorklima. Und nur dort wachsen so wundervoll-fantastische Tieflandregenwälder und Bergregenwälder mit unglaublich vielen Tier- und Pflanzenarten.

Borneo hat ein starkes und großes Herz voller Geheimnisse. Ein Regenwald-Herz! Es liegt in der Mitte der Insel und ist 220.000 Quadratkilometer groß – dreimal so groß wie Bayern.

Viele Arten sind noch nicht entdeckt

Von Borneos Regenwald-Herz geht eine riesige Kraft aus: Hier liegt ein sagenhafter Arten-Schatz verborgen, den wir noch entdecken müssen! Bislang wissen wir von 221 Säugetierarten, 400 Reptilien- und Amphibienarten, 622 Vogelarten und unglaublichen 15.000 Arten an höheren Pflanzen – rund fünfmal mehr als in Deutschland. Wirklich erforscht sind die meisten Arten aber noch nicht! Und längst sind noch nicht alle Tier- und Pflanzenarten auf Borneo überhaupt entdeckt, jedes Jahr kommen etwa 35 (!) neue hinzu. Wie zum Beispiel die Kapuas-Wassertrugnatter, die wie ein Chamäleon ihre Farbe wechseln kann!

Wenn Du also einmal Forscherin oder Forscher werden willst: Es wartet jede Menge Arbeit auf Dich, denn es gibt noch unendlich viele Naturgeheimnisse zu lüften – nicht nur auf Borneo.

Viele der Arten oder Unterarten sind übrigens endemisch: Es gibt sie nur auf Borneo, nirgendwo sonst auf der Erde! Wie zum Beispiel den Borneo-Orang-Utan. Oder die große Kannenpflanze Nepenthes rajah, die auch gerne Tiere verspeist, und viele Orchideenarten.

Was der WWF tut

Leider ist auch auf Borneo schon viel Regenwald abgeholzt worden, um aus ihnen Holz und Papier herzustellen oder riesige Plantagen mit Ölpalmen oder Eukalyptusbäumen anzubauen. Doch noch ist das Innere der Insel, das „Herz“, ein fast dichter grüner Waldteppich. Das soll auch so bleiben, sagte sich der WWF und hat etwas ganz Seltenes geschafft: Er hat die Regierungschefs und Forstminister der drei Borneo-Staaten Indonesien, Brunei und Malaysia in vielen Gesprächen überzeugen können, im Inneren der Insel rund 220.000 Quadratkilometer Regenwald unter Schutz zu stellen und einen Teil davon naturfreundlich zu nutzen – also zum Beispiel nur wenige Bäume so zu fällen, dass der Wald darum herum nicht kaputt gemacht wird.

So bleibt der Wald bestehen und wird nicht abgeholzt. Und Regenwälder, die bereits halb zerstört sind, können noch gerettet werden. Zurzeit wird gerade ein großer Torfmoorwald, der einst trocken gelegt wurde und deshalb am Absterben war, vom WWF wieder unter Wasser gesetzt, damit er sich wieder erholt.

In den Nationalparks setzt sich der WWF auch für mehr Wildhüter ein, um die Jagd auf die Orang-Utans und den Handel mit den Menschenaffen zu stoppen. Und die Täter vor Gericht zu bringen!
Ebenso wichtig: Kinder und Erwachsene über die Bedeutung der Orang-Utans aufklären.