Brasilien

Das gigantische Naturparadies

Brasilien ist einfach gigantisch, rund 24-mal so groß wie Deutschland. Und es steckt voller Naturwunder.

Amazonien: Der größte Regenwald der Welt erstreckt sich über Brasilien und acht Nachbarländer. Viele Gebiete darin sind noch gar nicht erforscht. Dort leben mehr Arten als irgendwo anders auf der Erde.

Das Geheimnis der Artenvielfalt: In Amazonien ist es so richtig warm und feucht wie in einem Gewächshaus. Es gibt aber zugleich nur wenige Nährstoffe im Boden. Viele Pflanzen zum Beispiel haben deshalb große Wurzeln über der Erde, um Nährstoffe aus der Luft einzufangen.

Auch andere Lebewesen entwickelten eine Menge Tricks, um zu überleben. Manche Fische jagen mit Strom, andere fressen Früchte, die von Bäumen ins Wasser fallen. Harmlose Tiere ahmen im Aussehen gefährliche Tiere nach, um Feinde abzuschrecken. Auf diese Weise entstanden im Lauf vieler Millionen Jahre immer mehr Tier- und Pflanzenarten.

Was für spannende Tiere in Brasilien leben, zeigen wir dir hier.

Der Amazonas ist der wasserreichste Fluss der Erde und Südamerikas größter Süßwasserspeicher. Jedes Jahr überschwemmt der Riesenstrom monatelang den Dschungel rechts und links und breitet sich so auf bis zu unglaubliche 120 Kilometer aus.

Mehr über Amazonien erfährst du hier.

Die Hüter der Wälder: Rund 390 indigene Völker wie die Mundurucu und Kayabi leben in Amazonien, die meisten bereits eine sehr lange Zeit. Von ihnen können Wissenschaftler noch viel lernen. Zum Beispiel, wie man die Pflanzen und Tiere des Regenwaldes nutzt, ohne dem Wald zu schaden. Oder welche Pflanzen helfen, Krankheiten zu heilen.

Der Atlantische Regenwald an der Ostküste Brasiliens war einst fast viermal so groß wie Deutschland. Doch er wurde fast vollständig abgeholzt. Nur kleine Flecken des Regenwaldes, nicht einmal ein Zehntel der ursprünglichen Größe, sind übriggeblieben.

Doch leben dort noch immer unglaublich viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten, die es anderswo auf der Welt nicht gibt. Wie das Goldene Löwenäffchen zum Beispiel. Oder der Pau Brasil: Das ist der Baum, nach dem Brasilien benannt wurde.

Das Pantanal ist das größte Süßwasser-Feuchtgebiet der Erde und fast halb so groß wie Deutschland. Das Feuchtgebiet ist wie ein riesiger, flacher Suppenteller, der sich in sechs Monaten Regenzeit mit Wasser füllt und dann überläuft. Der WWF half mit, diesen wichtigsten natürlichen Wasserspeicher Südamerikas bis heute vor der Zerstörung zu bewahren.

Der Cerrado ist die artenreichste Savanne der Welt – ein riesiges Gebiet aus Bäumen, Büschen und ganz viel Grasland. Diesen Lebensraum nennt man Savanne. Dort gibt es eine Regen- und eine Trockenzeit. Der Cerrado ist etwa fünfeinhalbmal so groß wie Deutschland.

WWF-Projekte in Brasilien

Leider verschwindet in Amazonien und im Pantanal noch immer jedes Jahr viel Regenwald – und im Cerrado viel Trockenwald. Überall passiert dies aus den gleichen Gründen: Um Holz zu gewinnen, Rinderweiden anzulegen, Soja als Viehfutter anzupflanzen, Wasserkraftwerke zu bauen oder Bodenschätze wie Gold oder Eisen abzubauen.

Bis heute ist etwa ein Fünftel der Regenwälder Brasiliens abgeholzt worden. Jedes Jahr verschwindet weiterer Regenwald – fast drei Fußballfelder pro Minute (errechnet aus dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre).
Deshalb setzt sich der WWF dafür ein, dass ein Großteil von Brasiliens Natur besser geschützt wird. Dort, wo Natur genutzt wird, unterstützt der WWF die Menschen dabei, dies so zu tun, dass Tier- und Pflanzenarten möglichst wenig Schaden daran nehmen.

Beispiel ARPA und Juruena: ARPA ist eine englische Abkürzung und bedeutet übersetzt „Schutzgebietsprogramm für die Amazonas-Region“.  Hinter diesem Namen verbirgt sich eines der größten Naturschutzprogramme der Welt! Bis zum Jahr 2016 will Brasilien die geschützte Fläche im brasilianischen Amazonas-Regenwald verdoppeln. Das ist dann eine Fläche so groß wie Deutschland und Großbritannien zusammen. Die Bundesregierung, der WWF und weitere Partner unterstützen Brasilien dabei.

Auf eines der ARPA-Gebiete passt der WWF Deutschland auf – und zwar auf den Juruena-Nationalpark und das aus neun Schutzgebieten bestehende Apuí-Mosaik. Beide zusammen sind fast so groß wie das Bundesland Niedersachsen. Dort hilft der WWF zum Beispiel den Bauern, Paranüsse und andere Waldfrüchte in den Randzonen des Nationalparks zu sammeln, ohne dem Wald zu schaden.

Beispiel Soja: Weil wir Menschen weltweit so viel Fleisch essen, wird in Brasilien viel Natur für den Sojaanbau zerstört. Denn dieses Soja wird hauptsächlich in anderen Ländern wie Deutschland an Rinder, Schweine und Hühner verfüttert.

Deshalb setzt sich der WWF in Südamerika dafür ein, dass Soja umweltverträglicher angebaut wird. Das zum Beispiel möglichst keine neuen Cerrado- und Regenwaldflächen für Soja gerodet werden. Bei uns in Deutschland kümmert sich der WWF darum, dass die Menschen weniger Fleisch essen und dass statt Soja mehr heimische Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen an die Tiere verfüttert werden.

Wusstest du, dass es zu Brasilien eine ganze YOUNG PANDA-Aktuell-Ausgabe gibt? Hier kannst du in die ersten drei Seiten reinschnuppern: YOUNG PANDA-Aktuell 4/14.

Du möchtest den Tieren und der Natur in Brasilien helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!