„Eine großartige Arbeit!“

Fragen an die Wildhüter im Hwange-Nationalpark

Lovelater, Phillip und Simon arbeiten im Hwange-Nationalpark in Simbabwe. Neben ihrer alltäglichen Arbeit als Wildhüter kümmern sie sich auch darum, gemeinsam mit vielen anderen Kollegen einen Wildkorridor zu schaffen, damit Wildtiere wie die Elefanten von Hwange auch in andere Schutzgebiete wandern können.

Lovelater: Die Biologin

Wie heißt du? Was ist dein Beruf? Und was ist deine Aufgabe hier im Nationalpark?
Ich heiße Lovelater und bin Biologin. Hier im Hwange-Nationalpark bin ich im Forschungsbereich tätig.

War es schon immer dein Wunsch, für den Naturschutz zu arbeiten?
Ja, das war es. Ich liebe die Natur und es macht mich sehr glücklich, dass ich dazu beitragen kann, sie zu schützen. So glücklich könnte mich kein anderer Job machen.

Kannst du uns zwei deiner Arbeitsbereiche im Park nennen?
Ich bin zum Beispiel für Tierzählungen zuständig. Und für die Entwicklung eines Brandschutzplans. Hierfür muss ich herausfinden, wie schnell sich die Natur nach einem Feuer erholt und welche Auswirkungen Brände auf die Wanderungen der Tiere haben.

Was fasziniert dich am meisten an deiner Arbeit?
Dass wir nie ganz verstehen werden, warum sich Natur und Tiere so verhalten, wie sie es tun. Außerdem ist jeder Arbeitstag im Nationalpark anders – es gibt immer neue Dinge zu erfahren und zu entdecken.

Warst du während deiner Arbeit hier schon einmal in einer gefährlichen Situation?
Nein. Meistens beachten dich die Tiere nur für einen kurzen Moment und gehen dann wieder ihren Geschäften nach. Nur den Scheinangriff eines Elefanten habe ich einmal mitbekommen.

Was sind die größten Herausforderungen oder Schwierigkeiten in deinem Job?
Mit so wenigen Mitarbeitern allen nötigen Aufgaben in einem so riesigen Park nachzukommen – das ist eine große Herausforderung. Leider sind wir für unsere Arbeit hier auch zu schlecht ausgerüstet. Obwohl das Projekt sich dafür einsetzt, dass es hier Verbesserungen gibt.

Wie eng arbeitet ihr mit der einheimischen Bevölkerung zusammen?
Wir arbeiten sehr eng mit den Gemeinden zusammen. Es ist uns wichtig, bei den Menschen ein Bewusstsein für die Wildtiere und die Problematiken der Wilderei zu schaffen. Außerdem können sich die Leute jederzeit bei uns melden, wenn sie in ihrer Region auf Wildtiere stoßen oder illegale Aktivitäten bemerken.

Lebt deine Familie in der Nähe? Was halten deine Verwandten von deiner Arbeit?
Nein, sie leben nicht hier. Dass ich jeden Tag im Nationalpark unterwegs bin, finden sie spannend. Manchmal machen sie Witze darüber und sagen dass ich dafür bezahlt werde, hier Urlaub zu machen. Aber natürlich wissen sie auch, dass der Job gefährlich sein kann, wenn man zum Beispiel auf Wilderer trifft oder von einem wilden Tier bedroht wird.

Was sollten die YOUNG PANDAS in Deutschland über das Wildkorridor-Projekt wissen?
Das Projekt sorgt für bessere Arbeitsbedingungen im Park, zum Beispiel durch eine einfache Grundausrüstung für unseren Einsatz gegen die Wilderei von Elefanten und anderen Wildtieren.

Was würdest du deinen Enkelkindern über deinen Job erzählen?
Dass ich mein Bestes dafür gegeben habe, dass es auch zu ihren Lebzeiten noch wild lebende Tiere in Simbabwe gibt. Und dass sie das gleiche für ihre Enkelkinder tun sollen.

Phillip: Der Artenschutzfachmann

© WWF Simbabwe

Wie heißt du? Was ist dein Beruf? Und was ist deine Aufgabe hier im Nationalpark?
Ich heiße Phillip und arbeite als WWF Artenschutzbeauftragter im Hwange-Nationalpark. Mein Job ist es,  das Wildtierkorridor-Projekt mit Rat und Tat zu unterstützen, wenn es um den Schutz unserer Flaggschiffarten, der Elefanten, Nashörner und Löwen, und der bedeutendsten Landschaften im Park geht. 

Wie lange arbeitest du schon für das Wildtierkorridor-Projekt und wie kamst du zu der Arbeit beim WWF?
Ich arbeite seit über einem Jahr für das Projekt. Allerdings habe ich auch schon in den letzten zehn Jahren im Wildschutz gearbeitet. Die Arbeit für den WWF ist der Höhepunkt meiner Karriere.

War es schon immer dein Wunsch, für den Naturschutz zu arbeiten?
Ja! Den Großteil meiner Kindheit habe ich in zwei der größten Nationalparks Simbabwes verbracht: im Hwange- und im Gonarezhou-Nationalpark. Mit meinem Vater, der über 40 Jahre als Parkmanager gearbeitet hat, bin ich häufig zum Fischen und in die Natur gefahren. Das hat mich schon damals fasziniert.

Kannst du uns zwei deiner Arbeitsbereiche im Park nennen?
Aktuell geht es vor allem darum, den Schutz der Wildtiere zu verbessern, indem wir die Wilderei eindämmen. Entscheidend hierfür sind zum Beispiel der Ausbau eines Funksystems und die Ausstattung der Ranger mit modernen Geräten.

Was fasziniert dich am meisten an deiner Arbeit?
Es macht mich glücklich zu sehen, dass unsere Arbeit zum Überleben wichtiger Wildtierarten beiträgt. Der Afrikanische Elefant wird von den Wilderern massiv bedroht und braucht dringend unsere Hilfe. Außerdem bin ich viel im Nationalpark unterwegs und kann unglaubliche Landschaften sehen und die faszinierenden Tiere beobachten.

Warst du während deiner Arbeit hier schon einmal in einer gefährlichen Situation?
Ja. In der Trockenzeit 2015, als wir die Wasserlöcher gezählt haben. Ich war im Sikumi-Wald stationiert, als ein Elefant unser Team angegriffen hat. 

Erinnerst du dich an ein Zusammentreffen mit einem Wilderer oder ein ähnliches Ereignis?
2013 gab es im Hwange-Nationalpark einen der schlimmsten Vorfälle von Wilderei: etwa 106 Elefanten starben, weil Wilderer giftiges Zyanid an die Salzlecksteine angebracht haben. Damals mussten wir sofort die Behörden informieren und die übrigen Giftfallen entfernen. 

Was sind die größten Herausforderungen oder Schwierigkeiten in deinem Job?
Der Hwange-Nationalpark ist riesengroß, halb so groß wie Belgien. Es gibt keine festen Grenzen und viele abgelegene und schwer zugängliche Gebiete. Das macht die Arbeit im Park so schwierig. Vor allem die Kommunikation zwischen der Zentrale und den Anti-Wilderer-Einheiten, die im Park unterwegs sind, ist nicht immer einfach. Oft fehlen Funkgeräte, Hilfsmittel und auch robuste Einsatzfahrzeuge.

Wie eng arbeitet ihr mit der einheimischen Bevölkerung zusammen?
Wir arbeiten sehr eng mit den Gemeinden, die im Grenzgebiet leben, zum Beispiel in Tsholotsho, und mit den Gemeinden in Hwange zusammen, um den Konflikt zwischen Tieren und Menschen zu entschärfen. Vor allem, wenn es um Elefanten geht, welche oftmals die Ernte der Bauern zerstören.

Lebt deine Familie in der Nähe? Was halten deine Verwandten von deiner Arbeit?
Ich lebe seit Jahren mit meiner Familie mitten im Busch und sie lieben es. Meine Verwandten sind stolz darauf, dass ich mich für den Naturschutz einsetze. 

Was wünscht du dir für das Projekt?
Dass die Anti-Wilderer-Einheiten besser ausgestattet werden. Wir brauchen mehr robuste Fahrzeuge, Verpflegung für die Teams, die unterwegs sind und eine bessere Ausrüstung für die Ranger.

Was sollten die YOUNG PANDAS in Deutschland über das Projekt wissen?
Das Wildkorridor-Projekt ist sehr wichtig, um die reiche Biodiversität im Hwange-Nationalpark zu sichern. Hier leben mehr als 45 000 Elefanten, viele Löwen und seltene, bedrohte Arten, wie der Afrikanische Wildhund. Wir freuen uns sehr über die Unterstützung des WWFs und der YOUNG PANDAS.

Was würdest du deinen Enkelkindern über deinen Job erzählen?
Auch ihr sollt euch dafür einsetzen, dass genau wie eure Väter und Vorväter auch eure Enkel und Großenkel noch Elefanten in freier Wildbahn des Hwange-Nationalparks erleben können.

Simon: Der Einsatzleiter und Planer

© WWF

Wie heißt du? Was ist dein Beruf? Und was ist deine Aufgabe hier im Nationalpark?
Ich bin Simon und Senior-Ranger im Hwange-Nationalpark. Ich leite die Ranger der Anti-Wilderer-Einheiten an und plane und kontrolliere ihre Arbeitsabläufe.

Wie lange arbeitest du schon für das Projekt und wie kamst du zu der Arbeit beim WWF?
Ich bin dabei, seit das Projekt für den Wildkorridor 2015 gestartet ist. Der WWF hat damals jemanden gesucht, der fleißig und engagiert ist und ergebnisorientiert arbeitet. Dank meiner bisherigen Erfahrungen war ich der richtige fürs Team.

War es schon immer dein Wunsch, für den Naturschutz zu arbeiten?
Ja!

Kannst du uns zwei deiner Arbeitsbereiche im Park nennen?
Ich sorge dafür, dass wir uns sofort kümmern, falls in einer der Gemeinden ein sogenanntes „Problemtier“ auftaucht. Außerdem stelle ich sicher, dass in den besonders gefährdeten Teilen des Parks stets Ranger im Einsatz sind, um zu verhindern, dass Wilderer dort eindringen.

Was fasziniert dich am meisten an deiner Arbeit?
Wir haben den Auftrag, das Wildleben in Simbabwe für zukünftige Generationen zu bewahren. Eine großartige Arbeit!

Warst du während deiner Arbeit hier schon einmal in einer gefährlichen Situation?
Ja.

Erinnerst du dich an ein Zusammentreffen mit einem Wilderer oder ein ähnliches Ereignis?
Das war im März 2014. Damals entdeckten wir bewaffnete Wilderer in 50 Kilometer Entfernung. Es gelang uns, sie einzuholen, aber leider kam es zu einem heftigen Schusswechsel, bei dem einer der Wilderer ums Leben kam. Einen anderen konnten wir überwältigen und festnehmen. Wir stellten 37 Stoßzähne mit einem Gewicht von fast 700 Kilogramm sicher, ein Jagdgewehr und scharfe Munition.  

Was sind die größten Herausforderungen oder Schwierigkeiten in deinem Job?
Ganz klar, dass wir keine angemessene Ausrüstung für unseren täglichen Einsatz als Wildhüter besitzen.

Wie eng arbeitet ihr mit der einheimischen Bevölkerung zusammen?
Unsere Beziehung zu den naheliegenden Gemeinden ist sehr gut. Manchmal streiten wir auch, aber dann versuchen wir stets schnell eine Lösung für unser Problem zu finden und Unstimmigkeiten aus dem Weg zu räumen. Meistens geht es dabei um Konflikte zwischen Mensch und Tier. 

Lebt deine Familie in der Nähe? Was halten deine Verwandten von deiner Arbeit?
Nein, sie leben nicht hier. Einige meiner Verwandten denken, dass mein Job so riskant und gefährlich ist, dass ich ihn besser aufgeben sollte. Ich sage ihnen aber, dass ich nicht kündigen werde, weil ich dafür bestimmt bin, die Wildtiere in unserem Land zu schützen. Ich kann gar nicht anders …

Was wünscht du dir für das Projekt?
Ich wünschte, dass Projekt könnte mehr in die Ausrüstung und Ausbildung unserer Anti-Wilderer-Einheiten investieren.

Was sollten die YOUNG PANDAs in Deutschland über das Projekt wissen?
Das Projekt läuft wirklich gut und seit seiner Gründung gab es tolle Erfolge im Hwange-Nationalpark.

Du kannst den Wildhütern von Hwange helfen. Wir zeigen dir, wie!

Mehr Infos über die Situation in Simbabwe erfährst du hier.

Infos zum Thema Wilderei findest du hier.