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Wattenmeer

Halb Meer, halb Land

 

Das macht das Wattenmeer so besonders: Es ist eigentlich halb Meer, halb Land. Denn es ist so flach, dass es zum größten Teil bei Ebbe trocken fällt – also zweimal am Tag! Weiter unten im Poster kannst du selber herauskriegen, wer dort alles wohnt.

Das heißt: Hier ist alles ständig in Bewegung. Entweder strömt Meerwasser rein oder es fließt raus. Und schiebt, wirbelt, treibt und schleppt jedes Mal Unmengen Schlick und Sand mit sich. An manchen Stellen entstehen so richtige kleine Inselchen. Hält die Strömung lange genug an, fallen die Inselchen eines Tages ganz trocken, so dass der Wind sie zu Dünen aufblasen kann. Dann erobern Pflanzen sie und halten sie mit ihren Wurzeln fest. So ähnlich entstanden viele der Inseln im Wattenmeer – wie zum Beispiel vor etwa 4.500 Jahren die Insel Langeoog.

Neben Sand besteht das meiste Wattenmeer aus grau-schwarzem, zäh-blubbernden Schlick. Was auf den ersten Blick etwas unansehnlich wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als wahres Wunderwerk der Natur. Denn das Watt steckt voller Leben: Muscheln, Würmer, Krebse und allerlei anderes Getier tummeln sich im Nährboden der Nordsee – die Nahrungsgrundlage vieler Fische und Seevögel. Hier ist außerdem die Kinderstube vieler Fische des Nordmeeres. 

Rastplatz für Zugvögel

Immerhin 4.500 Quadratkilometer groß ist dieser ökologisch wertvolle Meeresboden, der zweimal täglich bei Ebbe trocken fällt. Das Wattenmeer insgesamt, also mit Meeresflächen und Inseln, umfasst mehr als 10.000 Quadratkilometer und erstreckt sich über die drei Länder Dänemark, Deutschland und Niederlande.

Besonders für Vögel gibt es im Wattenmeer reichlich zu fressen und Feinde sieht man schon vom weitem – idealer geht’s nicht, um hier als Zugvogel zu rasten, als Brutvogel zu leben oder zum Mausern zu landen.

Zweimal im Jahr wird das Wattenmeer zum Vogel-Treffpunkt Nummer 1. Dann kommen über 10 Millionen Zugvögel auf dem Weg zu ihren nördlichen Brutgebieten oder südlichen Winterquartieren hier vorbei. Alpenstrandläufer, Pfuhlschnepfen, Knutts und viele andere fressen in kurzer Zeit unzählige Muscheln, Würmer und Krebse – lebenswichtige Energie für den Weiterflug.

Aber auch im übrigen Jahr sind immer viele Vögel da. Im Frühling und Sommer sind es allein eine Million Brutvögel, die vor allem die Salzwiesen und Dünen bevölkern.

Der Schutz des Wattenmeeres als Nationalpark ist für die Vögel überlebenswichtig. Denn jede Störung hält die Tiere vom Fressen ab. Genau das aber müssen sie fast ständig tun, um sich Extra-Fett anzufuttern für ihren anstrengenden Weiterflug, der für viele von ihnen non-stop über Tausende von Kilometern führt! Je weniger Fett sie haben, desto weniger Energie – und damit schlechtere Überlebenschancen.

Wer wohnt im Watt? Klick drauf und du erfährst es!

 

Die Tierwelt des Wattenmeeres besteht überwiegend aus im Boden lebenden und oft hartschaligen Tieren wie Muscheln und Schnecken, denn hungrige Vögel und Fische machen den Kleintieren das Leben schwer. Neben den wirbellosen Kleintieren gibt es auch etwa 70 Fischarten, Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale im Wattenmeer.

Wenn du auf das Bild oben klickst, kannst du die einzelnen Arten auswählen und weitere Informationen nachlesen. Du kannst auch das WWF-Wattenmeerposter herunterladen.

Hier kannst du weitere WWF-Wattenmeer-Poster herunterladen:

Poster Meeressäuger

Poster Pflanzen

Poster Unterwasser

Poster Vögel

Alle Poster kannst du auch umsonst beim WWF bestellen unter dieser E-Mail-Adresse.

Watt in Gefahr!

Das Wattenmeer wird leider immer wieder vom Menschen bedroht: zum Beispiel durch übermäßige Fischerei, Düngemittel und Schadstoffe, den Bau von Sperr- oder Schöpfwerken und Dämmen,die Vertiefung von Flussmündungen sowie durch wachsenden Tourismus.

Eine weitere Bedrohung sind die Erdöl- und Erdgas-Förderung mitten im Wattenmeer-Schutzgebiet. Die größte Bedrohung ist aber der Klimawandel, und zwar vor allem durch den beschleunigt steigenden Meeresspiegel, der zum Verschwinden der Wattflächen führen könnte.

Der WWF kämpft nunmehr seit über 30 Jahren für ein geschütztes Wattenmeer – mit Erfolg: Die drei Wattenmeerstaaten Dänemark, Deutschland und Niederlande arbeiten inzwischen zusammen und haben ihre Wattenmeeranteile als Schutzgebiet ausgewiesen. In Deutschland wurde das Wattenmeer auch durch den Einsatz des WWF sogar Nationalpark.

Wie gut ist nun dein Wattenmeer-Wissen? Teste dich in unserem Wattenmeer-Quiz!

Du möchtest den Tieren im Wattenmeer helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!