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Artenspürhunde:

Profi-Schnüffler auf vier Pfoten

Ob Papageien, Schildkröten oder Schlangen: Seltene Tiere oder Teile von ihnen auf Reisen zu schmuggeln, ist aus gutem Grund verboten. Doch leider gibt es immer wieder Menschen, die es trotzdem versuchen – weil man damit eine Menge Geld machen kann.

Gut, dass es seit ein paar Jahren Artenschutzspürhunde gibt. Sie helfen auf immer mehr Flughäfen, unerlaubte Tiere (tot oder lebendig) und Tierprodukte in Koffern, Taschen und am Körper (!) zu erkennen.

Die Idee dazu hatte der WWF: Seit 2007 sind an deutschen Flughäfen Artenschutz-Spürhunde im Einsatz. Die tierischen Ermittler konnten bereits mehrere Kilogramm Kaviar, Nashorn, Elfenbein oder Teile von hoch bedrohten Meeresschildkröten erschnüffeln. Weitere Artenschutzspürhunde gibt es inzwischen unter anderem an Flughäfen in Italien, den Niederlanden, in Österreich und der Tschechischen Republik. Auch russische Zollbehörden setzen seit 2010 etwa 40 Artenschutz-Spürhunde an der Grenze zu China ein. Seitdem gab es zahlreiche Aufgriffe von Schmugglern, bei denen auch Tigerknochen sichergestellt wurden. Die chinesische Seite plant ebenfalls, Spürhunde auszubilden und einzusetzen.

Schlangenhaut und Affenfleisch

Für das, was da so alles in großen Kisten, kleinen Koffern und harmlosen Strandtaschen transportiert wird, fehlen Zollfahndern oft die Worte. Griechische Landschildkröten und Elfenbein haben zur Urlaubszeit Konjunktur, Königspythons und Papageien gehen das ganze Jahr. Das Hauptzollamt des Frankfurter Flughafens stellte allein im Jahr 2011 mehr als 25.000 Tiere und Tierprodukte sicher, darunter 4.675 lebendige Tiere. Sie alle waren stundenlang in enge Behältnisse gequetscht, um irgendwo in einen Privatzoo gesteckt oder auf Tiermärkten verscherbelt zu werden. 

Wie viele Tiere insgesamt geschmuggelt werden, weiß niemand zu sagen. Bei uns und unseren europäischen Nachbarn gibt es Abnehmer für illegale, also kriminelle Einfuhren von Kaviar (das sind die Eier vom seltenen Stör), Schlangenwein, Schlangenhaut, Warane und selbst Affenfleisch.

Gesetze, die all dies verbieten, gibt es zuhauf. Doch das Risiko, erwischt zu werden, ist trotz aller Bemühungen gemessen am möglichen Gewinn nach wie vor gering. Bei einem Passagieraufkommen von mehr als 56 Millionen Menschen und mehr als 2,2 Millionen Tonnen Fracht am Frankfurter Flughafen ist es den Zollbeamten schier unmöglich, jedes Gepäckstück genau unter die Lupe zu nehmen.

Hier helfen die Hunde, genauer: die Artenspürhunde. Sie haben einfach den besseren Riecher. Sie können beinahe alles erschnüffeln. Selbst Produkte, die kaum einen Eigengeruch haben, wie etwa präparierte Schlangenledertaschen oder in Glas verpackten Kaviar. Außerdem sind sie schnell: In kurzer Zeit kontrollieren sie Gepäckstücke, Postsendungen und ganze Container.

Die Arbeit macht den Hunden Spaß

Ausgebildet werden die deutsche Artenspürhunde in der Zollhundeschule Neuendettelsau. Dort fördert Hundetrainer Roland Bittrich spielerisch die Konzentration der Hunde. Haben sie etwas erkannt, werden sie mit einer Beißwurst aus Leder belohnt. Die Spürhunde können 15 völlig verschiedene Gerüche unterscheiden, von Papageien bis zu Schlangen (die wir Menschen ganz bestimmt riechen können).

Tipp: Vom WWF gibt es einen Artenschutzkoffer. In dem steckt eine Menge der Tierprodukte, die von gewissenlosen Menschen geschmuggelt werden. Der Artenschutzkoffer klärt auf, was an tierischen Andenken alles nicht erlaubt ist.Was in ihm steckt, kanns du mit deiner Schulklasse erleben. Diese Einrictungen haben den Artenschutzkoffer.

Was du tun kannst, damit ihr im Urlaub keine verbotenen Andenken kauft, erfährst du in unserem Ratgeber Souvenirs.

Was Hunde mit Wölfen zu tun haben, liest du hier.