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Biologische Vielfalt

Das Puzzle des Lebens

Sage und schreibe 1,8 Millionen verschiedene Tier- und Pflanzenarten haben Biologen auf aller Welt bereits entdeckt und beschrieben. Vermutlich gibt es sogar 10 oder noch mehr Millionen. Sie alle leben miteinander und sind aufeinander angewiesen.

Arten-Rekorde

Die meisten Tier- und Pflanzenarten leben in Korallenriffen und in tropischen Regenwäldern. Und gerade da schlummern noch viele unbekannte Lebewesen. Im Blätterdach eines einzigen Baums in Panama haben Forscher rund 1.200 Käferarten gezählt. 163 davon leben sogar nur in den Blättern dieser Baumart! Noch besser: Schon 50 Meter entfernt leben wieder völlig andere Käferarten. Noch mehr Rekorde: In Amazonien stehen über 400 Baumarten auf einem einzigen Hektar Wald. Das sind zehnmal mehr als in ganz Mitteleuropa. In nur drei Regenwaldländern – Brasilien, Indonesien, Madagaskar – leben mehr als die Hälfte aller Säugetierarten der ganzen Erde. Das größte Tier ist der Blauwal – 30 Meter lang, 200 Tonnen schwer. So schwer wir 2.000 Große Pandas! Doch das größte Lebewesen der Erde ist ein Pilz, der unter der Erde wächst – der Hallimasch Armillaria ostoyae. Er ist 880 Hektar breit und 600 Tonnen schwer. Also so groß wie 1.067 Fußballfelder und schwer wie 6.000 Pandas.

Wozu ist Artenvielfalt wichtig?

Tatsächlich brauchen wir alle die biologische Vielfalt. Sie ist der Motor, der alles am Laufen hält. Und jedes einzelne Teil in diesem Motor ist wichtig, sonst fängt er an zu stottern und geht schließlich kaputt. Beispiel Wälder: Sie sind eine Gemeinschaft ganz vieler verschiedener Tier- und Pflanzenarten. Wälder produzieren  Sauerstoff, speichern Kohlenstoff, sind Wasserspeicher, schützen vor Überflutungen und Bodenabtragung. Außerdem leben 60 Millionen Menschen direkt im oder vom Wald. Aber immer mehr Wälder werden einfach abgeholzt. Oder die Meere: Fast die Hälfte der Menschheit braucht Fisch, um ihren täglichen Eiweißbedarf zu decken. Aber wir überfischen die Meere, das heißt wir fangen mehr Tiere weg, als nachwachsen können. So sind 90 Prozent der Bestände aller großen Fischarten schon verschwunden.

Artenvielfalt brauchen wir auch für die Landwirtschaft. Von nur vier Pflanzen – Weizen, Mais, Reis und Maniok – ernähren sich drei Viertel der Menschheit. Bei Missernten und gegen Krankheiten können uns tropische Wildarten bei der Züchtung neuer Kulturpflanzen helfen. Außerdem haben wir ganz viele Pflanzen noch gar nicht erforscht: Vielleicht können sie uns eines Tages helfen, schwere Krankheiten wie Krebs oder Aids zu heilen! Nur blöde, wenn die ausgerechnet unter denen 15.000 Pflanzenarten sind, die gerade vom Aussterben bedroht sind. Biologische Vielfalt ist deshalb ein Schatz, den wir hüten müssen. Nicht nur, weil er uns nützt. Wir sollten auch Respekt vor der Natur haben und das schützen, was sie sie seit Milliarden von Jahren entwickelt hat.