Geheimnisse

der Brennnessel

Richtig, Brennnesseln brennen. Warum sie das tun, dass sie sogar schmecken und eine wichtige Insektennahrung sind, verraten wir dir hier.

Berührst du eine Brennnessel, kann es ganz schön weh tun. Wie der Name dich schon vorwarnt, fühlt es sich ein bisschen wie Verbrennen an. Wie geht das?

Das machen viele kleine Brennhaare, die überall am Stängel und an den Blättern der Pflanze sitzen. Du siehst sie oben im Bild deutlich vergrößert. Sie funktionieren so: Berührst du oder ein Tier die Brennnessel auch nur ganz leicht, brechen die oberen Spitzen der Brennhaare ab. Ihr unterer Teil, der noch an der Pflanze sitzt, verwandelt sich jetzt in eine Art winziger Spritze. Er sticht in die Haut und gibt dabei eine Flüssigkeit ab. Die brennt, weil sie unter anderem Ameisensäure enthält. Und weil die Einstichstelle auf deiner Haut natürlich verletzt ist. Die Haut schwillt dann für kurze Zeit leicht an.

Warum macht die Brennnessel so etwas?

Sie verteidigt sich damit! Sie schützt sich mit ihrem Brennsaft davor, von großen Tieren gefressen zu werden.

Kleinere Tiere hingegen sind so clever, dass sie um die Brennhaare herum die Blätter anfressen. Vor allem für mehr als 50 Schmetterlingsarten wie den Kleinen Fuchs, das Tagpfauenauge (im Bild unten) oder den Admiral ist die Brennnessel eine lebenswichtige Futterpflanze. Auch Glühwürmchen mögen Brennnesseln: Ende Juni bis Anfang Juli kannst du sie im Dunkeln beobachten.

Aber auch größeren Tieren scheinen sie zu schmecken: In der ökologischen Landwirtschaft gibt man zum Beispiel Ferkeln und Kälbern Brennnesseln zu fressen, damit sie schneller wachsen.

Auch für Menschen sind Brennnesseln lecker

Von jungen Brennesseln kannst du jeweils die obersten vier bis sechs Blätter zupfen und mit Wasser, Salz und Pflanzenöl zu einer Suppe kochen. Dabei verlieren die Blätter ihre Brennwirkung. Da brennt garantiert nichts auf der Zunge! Schmeckt auch lecker in einem Gemüseauflauf oder als Brennnesselspinat (im Bild unten zu sehen).

Junge Brennnesseltriebe enthalten etwa doppelt so viel Vitamin C wie eine Orange und mehr Eiweiß als Sojabohnen!

Auch roh kannst du die Blätter essen. Dazu wickelst du sie zuvor in ein Tuch, legst sie für ein paar Minuten in warmes Wasser und wringst sie anschließend aus. Auch so verlieren die Blätter ihre Brennwirkung. Du kannst sie auch für Tee trocknen Erntezeit der Blätter ist von April bis September.

Die Brennnessel ist auch eine Heilpflanze, die neben Vitaminen auch Eisen und Magnesium enthält und deshalb bei vielen Leiden als Tee oder in Salben helfen soll.

Aber wie zupft man Blätter, ohne dass es brennt?

Ganz einfach: Brennnesseln brennen nicht, wenn man von unten nach oben an ihnen entlang streicht. Denn in dieser Richtung brechen die Spitzen der Brennhaare nicht ab. Das tun sie nur, wenn man sie von oben nach unten berührt. Junge Pflanzen brennen noch nicht so heftig wie ältere. Das Beste ist, Du ziehst beim Zupfen Gartenhandschuhe an.

Wenn du nicht aufgepasst hast und es trotzdem mal auf der Haut brennt: Am besten einen Moment die Zähne zusammenbeißen. Meist hört das Brennen nach einer kurzen Weile von selber auf.

Superdünger für den Garten

Brennnesseln sind außerdem ein kostenloser Superdünger für den Garten. Einfach Brennnesseln in einen Eimer Wasser stecken, zudecken und 14 Tage stehen lassen. Die Brennnesselbrühe stinkt dann zwar, ist aber ein tolles Kräftigungsmittel für Pflanzen. Aber nicht direkt gießen, sondern mit viel Wasser mischen: Etwa zehn Teile Wasser, ein Teil Brennnesselbrühe.