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Erdboden

Auf geht´s in die Unterwelt

Wie ein Teppich auf dem Fußboden, liegt der Erdboden über festem Gestein. Er ist die oberste Schicht unserer Erdkruste. Ohne ihn gäbe es keine höheren Pflanzen und Tiere und vermutlich auch keine Menschen.

Kannst du aus deinem Boden Figuren kneten? Kommt dir beim Umgraben im Garten das große Krabbeln entgegen? Und wunderst du dich über das Pflaumenbäumchen, das niemand gepflanzt hat, das aber seit Jahren stetig wächst? An diesen Kleinigkeiten kannst du die Fruchtbarkeit deines Bodens erkennen. Und vielleicht gedeihen bei euch andere Pflanzen als in den Gärten ein paar Straßen weiter. Möglicherweise wachsen sie in ganz unterschiedlicher Erde.

Tatsächlich gibt es ganz verschiedene Böden. Experten unterscheiden allein 28 verschiedene Hauptbodentypen: Vom Rohboden voller Lockergestein bis zum nassen Hochmoor mit abgestorbenen Pflanzenresten, dem Torf. Im Bild unten siehst du einige Bodentypen, die es in Deutschland gibt. Böden können 30 Zentimeter dünn oder mehrere Meter dick sein.

Wunderwerk der Natur

Der unscheinbare Erdboden unter unseren Füßen ist ein wahres Wunderwerk der Natur: Denn er kann aus abgestorbenen Organismen neues Leben wachsen lassen.

In einer Handvoll Erde leben mehr Pflanzen und Tiere, als es Menschen auf der Welt gibt – darunter Monster mit scharfen Klauen und vielen Beinen. Doch keine Angst: Die meisten Bodenbewohner sind so klein, dass sie für uns unsichtbar sind. Für uns sind sie richtig gute Geister. Denn sie machen einen Boden erst fruchtbar.

Der großen Vielfalt verschiedener Bodentypen haben wir es zu verdanken, dass sich weltweit so viele verschiedene Lebensräume von Pflanzen und Tieren entwickeln konnten.

Wie entsteht ein Boden?

Ein Boden braucht oft mehrere hundert Jahre, um zu wachsen und fruchtbar zu werden. Zuerst mischen sich verwittertes Gestein, reichlich Wasser und Luft. Einfache Pflanzen wachsen, sterben ab und was von ihnen übrig bleibt, gelangt als Nährstoffe in den Boden. Dann siedeln sich größere Pflanzen an. Ihre kräftigen und langen Wurzeln lockern und durchlüften den Boden.
Aber das wichtigste ist der Humus. 

Geheimnisvoller Humus

Humus macht den Boden erst fruchtbar. Ohne Humus gäbe es kein Getreide, kein Gemüse, kein Obst. Viele kleine Bodenbewohner wie Asseln, Tausendfüßler und Regenwürmer krabbeln ständig umher und lockern so die Erde auf. Außerdem fressen und verdauen sie Pflanzenteile oder die Überreste von verstorbenen Tieren und scheiden alles in kleinen Krümeln wieder aus. 

So können Regenwürmer auf einem einzigen Hektar Waldboden (das sind 10.000 Quadratmeter) in einem halben Jahr fast zehn Tonnen Blätter in den Boden einarbeiten –  also fressen, verdauen und als Krümel ausscheiden. Das ist so viel, wie etwa zwei ausgewachsene Elefanten wiegen!

Diese Häufchen werden dann von klitzekleinen Mikroben verspeist. Zusammen mit ihren Ausscheidungen gelangen wichtige Lebensbausteine wie Stickstoff, Kohlenstoff, Kalium oder Phosphor in den Boden. Diese und andere Nährstoffe bilden den Humus – den Rohstoff, den fast alle Pflanzen zum Wachsen brauchen. Er ist schwarz, lockerkrümelig und duftet angenehm!

Wozu ist ein Boden gut?

1. Böden sind Lebensraum für Pflanzen und Tiere

In einer Handvoll Erde leben Millionen winzig kleiner Bakterien, Pilze, Algen und Fadenwürmer sowie  zahlreicher Kleintiere, die du sehen kannst: Regenwürmer, Käfer, Hundertfüßer, Asseln, Schnecken und Spinnen.

2. Böden sind Wasserspeicher und reinigen Regenwasser

Böden können sogar Schadstoffe aus dem Regenwasser herausfiltern: Das ist wichtig, denn ein großer Teil unseres Trinkwassers wird aus Grundwasser gewonnen.

3. Böden ernähren uns und liefern Rohstoffe

In der Erde wachsen Getreide, Kartoffeln und Gemüse, wichtige Nahrungsmittel für uns Menschen. Böden sind auch die Grundlage für Bäume und Sträucher, aus denen wir wichtige Rohstoffe wie Holz oder Baumwolle gewinnen. 

4. Böden sind Bibliotheken der Natur, geschichtete Geschichte sozusagen.

Eiszeiten sind in ihnen genauso abzulesen wie mittelalterlichen Klohäuschen (am Phosphor aus dem Pipi!). Die ältesten Böden in Deutschland sind 7.000 Jahre alte Schwarzerden. Sie entstanden im rauen Steppenklima nach der letzten Eiszeit.

5. Böden liefern Rohstoffe wie Ton, Torf, Sand oder Kies.

Sie sind deshalb richtig wertvoll!

Böden gibt es nicht im Baumarkt

Die allermeisten Böden werden in Deutschland für Straßen, Siedlungen und Gewerbegebiete mit Asphalt und Beton zerstört – jeden Tag eine Fläche so groß wie 38 Fußballfelder. Dabei sind Böden nicht künstlich vermehrbar – es gibt sie nicht im Baumarkt nachzukaufen. 

Der WWF schützt Moore, Auen oder Salzwiesen mit ihren ganz besonderen Naturböden und setzt sich dafür ein, weniger Böden zu betonieren und zu asphaltieren und deutlich weniger Schadstoffe in die Böden zu bringen.

Hier erfährst du, wie du

selber Boden schützt,

Kompost selber machst

und Moore schützt.

Wie der Regenwurm lebt und was er Gutes für uns tut, erfährst du hier.

Wusstest du, dass es zum Boden eine ganze YOUNG PANDA-Aktuell-Ausgabe gibt? Hier kannst du in die ersten drei Seiten reinschnuppern: YOUNG PANDA-Aktuell 5/15.

Und mach mit in unserem Boden-Quiz: Teste, was du schon weißt über die Schatzkammer unter unseren Füßen!

Du möchtest den Tieren des Bodens helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!