Frühlingsboten entdecken:

Unsere zehn Favoriten!

Auch wenn der Winter sich nochmals aufbäumt: Jetzt ist der Frühling nicht mehr zu stoppen. Jeden Tag wird es draußen grüner, die Vögel zwitschern immer heftiger und bald quaken auch die ersten Frösche, bis sie heiser sind. Zehn besondere Frühlingsboten stellen wir dir hier vor.

1. Der Krokus blüht im Garten …
Die im März überall in Gärten und Parks in Lila (bild oben), Blau, Gelb und Weiß blühenden Krokusse gehören zu den ersten Frühlingsboten. Sie sind Schwertliliengewächse und stammen ursprünglich aus dem Orient und Nordafrika. Wilde weiße Krokusse wachsen im Alpenvorland.

2. … das Scharbockskraut im Wald
Seine Blüten auf dem Waldboden sehen aus wie leuchtend-gelbe Teppiche. Das Scharbockskraut ist neben der Anemone der erste Bodenblüher unserer Wälder und Gehölze. Besonders dort, wo die Erde auch unter der ersten warmen Frühlingssonne feucht bleibt. Als Frühblüher sind die Blüten des Scharbockskrauts bei Nektar sammelnden Insekten sehr beliebt. Früher dienten die Vitamin C-reichen Blätter der Pflanze, vor und während der Blüte gepflückt, zur Vorbeugung gegen die Vitaminmangelkrankheit Skorbut, im Volksmund „Scharbock“. Daher stammt auch ihr Name. Nach der Blütezeit jedoch bilden die Blätter das Gift Protoanemomin, das zu Übelkeit und Erbrechen führen kann. Also besser: Finger weg, nur angucken!

3. Das Eichhörnchen hilft der Hasel
Die Gemeine Hasel (sie ist nicht fies, sondern nur „gewöhnlich“) gehört zu den Birkengewächsen und ist bereits seit der Eiszeit bei uns zu Hause. Sie wächst an Feldrändern, in Hecken und in lichten Wäldern und wird auch häufig im Garten angepflanzt. Sie wächst bis zu 6 Meter hoch und trägt leckere Nüsse, die oft für Nussnugatcremes verwendet werden.

Da der Eichelhäher und das Eichhörnchen sich im Herbst einen Wintervorrat aus den Nüssen der Hasel in der Erde anlegen und nicht alle ihre „Vorratskammern" im Winter wiederfinden, können die übrig gebliebenen zu neuen Haselbüschen heranwachsen. Vergessliche Tiere sorgen also für ihre Verbreitung!

4. Bienen lieben die Salweide
Die bis zu zehn Meter hohe Salweide kommt in ganz Europa vor und blüht im Frühling als einer der ersten Büsche. Jeder kennt ihre Blüten, die kuscheligen Weidenkätzchen. Deren Nektar ist im März und April für Bienne und Hummeln eine superbeliebte Nahrung.

Geheimnis: Die Rinde der Salweide enthält einen schmerzstillenden Stoff – das Salicin, Der steckt bei uns in vielen Kopfschmerztabletten drin. Mehr über Bienen erfährst du hier.

5. Dicke Brummer schlürfen Nektar
Hummeln sieht man häufig an warmen Frühlingstagen, wie sie Nektar von Weidenkätzchen, Schlehdornblüten und anderen Pflanzen am Wegesrand sammeln. Im letzten Herbst geschlüpft, haben sie sich noch vor dem Winter gepaart und ein schönes Versteck gesucht – zum Beispiel ein verlassenes Mauseloch – um dort zu überwintern. Mit Beginn des Frühlings beginnt die Hummelkönigin mit dem Futtersammeln und baut ihr Versteck zu einem Nest für den Nachwuchs um.

6. Drei Schmetterlinge flattern wieder
Drei Schmetterlingsarten künden ab März das Ende des Winters an: Zitronenfalter, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs. Sie überleben als Falter und fliegen als erste aus. Alle drei Arten sind noch recht häufig und gleichzeitig auffällig gefärbt, so dass man sie im Frühjahr gut beobachten kann. Mehr über Schmetterlinge liest du hier.

7. Der Igel erwacht
Ende März bis Ende April erwacht der Igel, je nach Höhenlage und Witterung, aus seinem Winterschlaf. Zu Beginn des Frühjahrs gibt es für den Insektenfresser noch ziemlich wenig zu futtern, denn da krabbeln und kriechen einfach zu wenige Kleintiere umher. Wenn also ein Igel bei euch im Garten überwintert hat, dann kannst du ihm ruhig mit etwas zusätzlichem Fressen wie zum Beispiel Katzenfutter in einem Schälchen über die Runden helfen. Mehr über Igel kannst du hier nachlesen.

8. Kröten und Frösche gehen auf Wanderung
Nach den ersten milden Märznächten und besonders wenn es regnet, gehen Erdkröten, Grasfrösche und Bergmolche auf große Wanderschaft. Sie alle laufen und hüpfen zu einem nahe gelegenen See oder Tümpel, um ihre Eier abzulegen - das heißt: zu laichen. Nicht selten legen sie dabei große Strecken in vielen Etappen über mehrere Tage zurück. Bei Bodenfrost unterbrechen die Tiere die Wanderung und graben sich ein, damit sie nicht erfrieren.

Müssen die Tiere auf ihrem Weg auch Straßen überqueren, können sie leicht überfahren werden. Deshalb siehst du am Fahrbahnrand oft flache Krötenzäune. Sie leiten die Tiere zu kleinen Tunneln, die unter der Straße hindurch führen. Mehr über Kröten und Frösche findest du hier.

9. Die Zwergfledermaus schnappt wieder zu
Die kleinste europäische Fledermausart gehört zu den Glattnasenfledermäusen, wird höchstens 5 Zentimeter groß und lebt am liebsten in Gebäudemauerspalten oder hinter Fensterläden. Du kannst sie ab Ende März bei mildem Wetter in der Abenddämmerung sehen, wenn sie Insekten jagt. Mehr über Fledermäuse erfährst du hier.

10. Weißstörche und Kraniche kehren zurück
Der Weißstorch gilt seit langer Zeit als Frühlingsbote und Glücksbringer. Für sein Nest sucht er gerne hohe Bäume, Dächer oder Türme aus. Es muss aber immer in der Nähe von Feuchtgebieten sein, wo er Frösche, Eidechsen und andere Kleintiere fangen kann. Weil in den letzten Jahren viele Naturschützer geholfen haben, Tümpel, nasse Wiesen oder natürliche Flussauen zu erhalten oder neu zu schaffen, gibt es bei uns auch wieder mehr Weißstörche.

Im Frühjahr kehren auch die Grauen Kraniche aus ihrem Winterlager im Süden zurück. Mehr über die größten Vögel Europas liest du hier.

Natürlich gibt es noch viel mehr Frühlingsboten. Geh' raus in den Garten, den Park oder Wald und entdecke sie!