Geisternetze

sind gefährlich

Geisternetze aus Plastik liegen irgendwo in der Tiefe – keiner weiß, wo genau. Dort sind sie eine tödliche Gefahr vor allem für Fische und Wale. Der WWF hat deshalb vor der deutschen Ostseeküste damit begonnen, sie zu suchen und herauszuholen. Im September konnten bereits zwei Tonnen Geisternetze geborgen werden.

Geisternetze sind leider gar nicht selten. Allein in die Ostsee gelangen jährlich bis zu 10.000 herrenlose Netzteile, weil sie sich im Sturm losreissen oder von Fischerbooten verloren gehen. Das Tückische: Sie bestehen meist aus Plastik und sind enorm lange haltbar. Deshalb sind sie Jahre, oft sogar Jahrzehnte lang für die Tiere der Meere gefährlich. „Sie werden zur lautlosen Falle für Meeressäuger, Seevögel und Fische“, sagt Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros. Denn sie können sich in ihnen verheddern.

Und noch eine Gefahr geht von den Geisternetzen aus. Irgendwann dröseln die sich nämlich auf und setzen kleine Mikropartikel, Weichmacher oder Flammschutzmittel frei, die dann ins Meer gelangen, sagt Florian Hoffmann vom WWF-Ostseebüro in Stralsund. Diese Stoffe werden von Fischen und anderen Meerestieren gefressen. Und wenn wir Menschen Fische essen, landen diese Giftstoffe auch in unserem Magen.

Im Video unten siehst du die Jagd auf Geisternetze: Florian Hoffmann im Einsatz unter Wasser.

Netze aus der Tiefe holen

Höchste Zeit also, mit dem Aufräumen anzufangen und die Geisternetze einzusammeln. Der WWF hat bereits seit 2011 27 Tonnen Netze aus der polnischen und litauischen Ostsee geborgen – Geisternetze mit einer Länge von insgesamt 135 Kilometern. Zum Einsatz kamen Taucher an Wracks sowie eine so genannte Netzegge, mit der der Meeresgrund abgeharkt wird.

Im Jahr 2013 hat der WWF dann mit dem Deutschen Meeresmuseum sogar eine richtige Expedition zu 28 Schiffswracks vor der Insel Rügen durchgeführt, um sich einen Überblick zu verschaffen, wie viele Geisternetze es da unten gibt. Denn gerade an Wracks bleiben Geisternetze sehr oft hängen.

Aus Netzen sollen Socken werden

Im Spätsommer 2014 begann dann die Bergung mehrerer Tonnen Geisternetze. Zusammen mit Fischkutterbesatzungen sammelt der WWF an Wracks und am Meeresboden verfangene Netze ein und entsorgt sie. Aus den Netze sollen dann neue Sache hergestellt werden, Recycling nennt man das. Florian Hoffmann vom WWF sagt: „In Chile entstehen aus ihnen Skateboards und aus alten Nordseenetzen werden Socken produziert.“

Mehr zum Thema Plastikmüll in den Meeren liest du im Young Panda-Aktuell Sommer-Spezial 2014 und in unseren Tipps "Plastikmüll vermeiden".