Moor-Wissen

Wie Moore entstehen - und wie sie unser Klima schützen

Ein Moor kann entstehen, wenn ein See allmählich verlandet - wenn also mehr Wasser abfließt, als nachkommt. Dann wachsen die Schilfgürtel immer weiter in den See hinaus, bis die ganze Seefläche verschwunden ist. Der See ist zum Niedermoor geworden. Besonderes Kennzeichen: Ein Niedermoor wird noch vom Grundwasser durchströmt, das Nährstoffe heranbringt.

Wenn Niedermoore durch vermodernde und darauf neu wachsende Torfmoose sich allmählich in die Höhe wölben, über den Grundwasserbereich hinaus, entsteht ein Übergangsmoor. Das passiert in Gegenden auf der Erde, wo es viel regnet und schneit.

Wächst ein Übergangsmoor immer weiter in die Höhe, wird daraus ein Hochmoor. Es ist kuppelförmig aufgewölbt und gleicht einem sehr flachen, weiten Hügel. Hochmoore werden gar nicht mehr vom Grundwasser nass gehalten, sondern nur vom Regenwasser gespeist. Sie besitzen kaum Nährstoffe.

Wo gibt es Moore?

Moore gibt es fast überall auf der Erde, wo es ergiebig regnet, um den Boden dauerhaft zu durchtränken. Außerdem dort, wo Wasser nur sehr langsam abfließt oder versickert und wo genug Pflanzen wachsen, die dann vermodern können – zum Beispiel in Nordeuropa oder in den Tropenwäldern.

Moore in Deutschland: Nach der Eiszeit gab es in Deutschland Moorflächen von insgesamt 1,5 Millionen Hektar. So groß etwa ist heute das Bundesland Schleswig-Holstein. Doch von diesen Mooren sind nur noch ganz wenige übrig. Würde man sie zusammen legen, wären sie gerade mal so groß wie Hamburg.

Intakte Moorlandschaften findest du heute nur noch im Nordwesten und im Nordosten von Deutschland sowie im Alpen-Vorland. Zu den bekanntesten gehört das Wildseemoor im Schwarzwald, das Schwarze Moor in der Rhön, das Murnauer Moos in Bayern, das Große Moor bei Gifhorn in Niedersachsen sowie viele Moore in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

Moore schützen unser Klima

Werden Moore trocken gelegt, zersetzt sich der Torf und es entstehen Unmengen des Treibhausgases Kohlendioxid, das in die Atmosphäre steigt und zur Erderwärmung beiträgt.

Wenn man aber alte, trockengelegte Moore wieder unter Wasser setzt, stoppt der Prozess der Torf-Zersetzung! Und nicht nur das. Wenn sich auf diesen Flächen allmählich wieder die moortypischen Pflanzen einfinden, die ja beim Wachsen der Luft Kohlendioxid entziehen (sie brauchen das Gas, um Nährstoffe herzustellen und sich am Leben zu erhalten), kann auch wieder neuer Torf entstehen. Neue Moore speichern Treibhausgas und helfen das Klima zu schützen.

Irrlichter

Irrlichter sind sehr seltene, flackernde Lichter, die plötzlich nachts in Mooren aufflammen.  Sie sind nur einige Zentimeter hoch und leuchten nur wenige Sekunden. Früher wurden sie als Seelen verstorbener Kinder oder als Werkzeuge von Naturgeistern angesehen, die damit Menschen im Moor in die Irre leiten wollen. Ihre Entstehung ist immer noch nicht ganz geklärt. Sehr wahrscheinlich handelt es sich um phosphor- und schwefelhaltige Faulgase, die bei der Zersetzung der Pflanzen entstehen und sich von selbst entzünden, sobald sie aus dem Boden austreten und mit dem Sauerstoff der Luft in Kontakt kommen.

Mehr über Moore erfährst du hier.

Du möchtest den Mooren und ihren Tieren helfen? Kein Problem! Gemeinsam mit dem WWF und YOUNG PANDA kannst du dich für ihren Schutz einsetzen. Wie das geht, kannst du hier lesen: Jetzt helfen!