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Regenwald

Arten-Paradies am Äquator

Stell’ dir vor, es gäbe Olympische Spiele für alle Lebensräume auf der Erde. Ganz sicher: Tropische Regenwälder würden die meisten Goldmedaillen einheimsen.

Obwohl sie heute nur rund 7 Prozent (7 Teile von Hundert) der Landoberfläche bedecken, leben in den Urwäldern rund um den Äquator etwa drei Viertel aller Tier- und Pflanzenarten der Erde. Auf einem einzigen Hektar Wald (das sind 100 mal 100 Meter) in Amazonien stehen über 400 Baumarten – zehnmal mehr als in ganz Mitteleuropa.

Im kleinen tropischen Land Panama wachsen mehr verschiedene Pflanzen als in ganz Europa. Allein in den Tropenwäldern Indonesiens und Malaysias sind bislang bereits rund 10.000 verschiedene Baumarten gezählt worden.

Zum Vergleich: Die Wälder der mittleren und nördlichen Breiten (dazu gehört auch unser deutscher Wald) beherbergen insgesamt nur 160 Baumarten.

Noch mehr Rekorde gefällig?

In nur drei Ländern – Brasilien, Indonesien und Madagaskar – durchstreifen mehr als die Hälfte aller auf der Welt lebenden Säugetierarten den Dschungel. 

Auf einem Quadratkilometer Amazoniens (also 1 mal 1 Kilometer) brüten bis zu 230 Vogelarten – zehnmal mehr wie in unseren Breiten. 

90 Prozent aller Affenarten leben in tropischen Regenwäldern. 

Vier von fünf Insekten auf der Welt kriechen, krabbeln und fliegen in den Tropenwäldern. 

Gewaltig, was? Aber warum eigentlich ist das so?

Leben ohne Jahreszeiten

Zunächst einmal, weil es in tropischen Regenwäldern  so warm und feucht ist. Der Name sagt es schon: In den Regenwäldern entlang des Äquators regnet es praktisch jeden Tag, bis zu 10.000 Millimeter pro Quadratmeter pro Jahr. Das ist 20-mal mehr als bei uns.

Je weiter weg vom Äquator, desto mehr trockene Monate kommen vor. Je wärmer und feuchter es ist, desto üppiger gedeihen die Tropenpflanzen. Regenwälder produzieren sogar ihre eigenen Wolken, die irgendwann vielleicht auch bei uns ankommen. 

Die Temperatur ist das ganze Jahr über etwa gleich, im Tieflandregenwald liegt sie zwischen 23 und 28 Grad Celsius im Tagesdurchschnitt. Zum Vergleich: Selbst in der heißesten Region Deutschlands, dem Oberrheingraben, steigen die mittleren Tagestemperaturen im Juli nicht höher als 20 Grad Celsius. 

Es gibt auch keine Jahreszeiten entlang des Äquators – das ist die Linie, die unsere Erde in eine Nord- und Südhälfte teilt. Dort sind Tag und Nacht haargenau gleich lang. Deshalb sind Regenwälder immer­grün.

Ihre großblättrigen, bis zu 60 Meter hohen Bäume bilden ein dauerhaft dichtes Kronendach. Selbst darunter im Dunklen können enorm viele Pflanzen wachsen. Denn sie müssen keine Energie speichern, um sich vor Kälte zu schützen. 

Alles verstanden? Dann teste dein Wissen in unserem Regenwald-Quiz!

Warum Regenwald zerstört wird, erfährst du hier.

Gute Frage: Wo gibt´s eigentlich Regenwald?

Ursprüngliche Tropenwälder wachsen noch Süd- und Mittelamerika, Zentralafrika, auf Madagaskar, in Indonesien, Nordost-Australien, auf Neuguinea und einigen kleineren Inseln im Pazifik.