Savanne

Wo die großen Tiere leben

Feuchte heiße Tropenwälder und knochentrockene heiße Wüsten kennst du vermutlich schon. Beides sind extreme Lebensräume, die sich vor allem entlang des Äquators rund um die Erde erstrecken.

Doch wenn du auf einen Globus schaust, wirst du sehen: Superfeuchter Wald und staubtrockene Wüste gibt es fast nirgendwo direkt nebeneinander. Da ist immer noch etwas dazwischen – eine Übergangszone, die man Savanne nennt. Sie besteht aus ganz viel Grasland mit vereinzelten Bäumen.

So eine Savanne ist zum Beispiel die Serengeti in Afrika – berühmt für ihre vielen Wildtiere vom Löwen bis zum Elefanten.

In Savannen gibt es zwar weniger Tierarten als in Regenwäldern, dafür werden manche Tierarten deutlich größer als im Dschungel. Der Elefant zum Beispiel oder das Nashorn. Oder die Giraffe: Ihre „Schwester“ im Regenwald, das Okapi, hat auch einen deutlich kürzeren Hals.

Die ostafrikanische Savanne gilt außerdem als „Wiege der Menschheit“. Dort sollen vor etwa drei Millionen Jahren unsere Vorfahren den aufrechten Gang gelernt haben. Vermutlich, weil sie durch das Aufrichten besser sehen konnten, ob gefährliche Raubtiere im Anmarsch sind.

Was heißt Savanne?

Das Wort „Savanne“ kommt aus der spanischen Sprache und bedeutet so viel wie „weite Ebene“. Stimmt genau: Denn anders als in dichten Tropenwäldern kann man in den flachen Savannen gaaaaanz weit gucken. Natürlich nur, wenn man groß genug ist, um über das Gras hinwegzusehen (gilt also nicht für Erdmännchen!) oder auf einen Baum klettert (wie der Leopard).

In der Savanne wachsen jedoch nur wenige Bäume, dafür hauptsächlich Gräser und Büsche. Und Sukkulenten: Das sind Pflanzen, die in ihren dicken, oft dornigen Blättern Wasser speichern können. Kleine Exemplare wie die Aloe-Pflanze etwa wachsen vielleicht auch auf eurer Fensterbank zu Hause.

Regen- und Trockenzeit bestimmen das Wachstum. Während den Jahreszeiten mit starkem Regen wachsen die Bäume und Gräser in der Savanne auch am stärksten. Je nach Regenmenge unterscheidet man drei Savannentypen:

1. In der Feuchtsavanne am Übergang zum Regenwald werden Bäume vieler verschiedener Arten bis zu 15 Meter groß. Selbst Gräser wachsen mehr als 2 Meter hoch – sogar wenn die Trockenzeit 2 bis 5 Monate anhält. Wenn es regnet, dann ordentlich: 1.000 bis 1.500 Millimeter pro Jahr auf einen Quadratmeter, das entspricht 1.000 bis 1.500 Litern. Zum Vergleich: In Deutschland fallen jedes Jahr zwischen 500 Millimeter (Uckermark) und 2.000 Millimeter (Alpen) Regen und Schnee.

2. In der Trockensavanne wachsen weniger Bäume, dafür riesige Grasflächen. Das Gras wird bis zu 1,50 Meter hoch. Im Jahr fallen bis 1.200 Millimeter Regen, die Trockenzeit dauert bis zu 7 Monate. Häufig wachsen in der Trockensavanne große Baobabbäume und dichte schirmartige Akazien.

3. Die Dornensavanne ist der Übergang zur Wüste und besteht fast nur aus 1 bis 3 Meter hohen Dornenbüschen und Bäumen mit ganz wenig Laub. Dornen schützen die Pflanzen nicht nur gegen Fressfeinde, sondern auch gegen Austrocknung, weil Stacheln in der Hitze viel weniger Wasser verdunsten als Blätter. Gras wird höchstens 30 Zentimeter hoch. Es fallen jährlich nur 200 bis 700 Millimeter Niederschläge auf einem Quadratmeter. Die Trockenzeit dauert 7 bis 10 Monate.

Wer frisst was?

In der Savanne können wie im Regenwald viele Arten nebeneinander leben, weil sie sich nicht gegenseitig die Nahrung wegfressen. Bei den Pflanzenfressern sieht das so aus:
• Von höheren Baumkronen ernähren sich Giraffen und Elefanten.
• Blätter von Sträuchern bis etwa 2 Meter Höhe verspeisen vor allem Antilopen und  Gazellen.
• Gräser und Kräuter werden von kleineren Säugetieren sowie Gazellen, Dikdiks und Zebras verputzt (Dikdiks futtern mehr im dichten Gebüsch, Zebras eher auf freien Flächen).
• An unterirdischen Wurzeln knabbern Nacktmulle und Termiten.

Auch die Raubtiere gehen sich von Natur eher aus dem Weg. Einzelne Löwen oder Rudel von Tüpfelhyänen reißen größere Tiere wie Büffel oder Zebras meist nachts oder morgens. Geparden sind dagegen eher tagaktiv und jagen kleinere Tiere wie Gazellen. Leoparden hingegen ist es egal, wann sie jagen: Hauptsache, sie können von einem Baum aus in aller Ruhe ein Opfer erspähen – ein Warzenschwein vielleicht oder einen Pavian.

Aasfresser wiederum wie die Streifenhyäne oder der Ohrengeier sind Müllschlucker der Savanne, denn sie fressen die Reste der übrig gebliebenen Beute. Hyänen können ganze Knochen zerbeißen und verschlingen!
Dabei hängt in der Savanne wie auch sonst in der Natur alles eng miteinander zusammen: Wenn Elefanten zum Beispiel auf ihren Knabbertouren zu viele Bäume zerstören, wachsen mehr Gräser, was wiederum für Gras fressende Büffel, Zebras und Gazellen gut ist. Vermehren die sich dann stark, können wieder mehr junge Bäume wachsen. Zur Freude der Elefanten, die dann wieder mehr zum Fressen finden!

Rund ein Siebtel der Kontinente auf der Erde bestehen aus Savannen. Die meisten liegen in Afrika.