Kreisläufe des Waldes:

Alles wird wiederverwendet

Außer Wasser kann ein Wald alles selber herstellen. Dabei entsteht kein Abfall: Alles wird wiederverwendet. Das nennt man einen Kreislauf.

Ein wichtiger Kreislauf ist die Nahrungskette: Pflanzen werden von Tieren gefressen, diese Pflanzenfresser wiederum von Fleischfressern. Sterben Pflanzen oder Tiere, werden sie von Bakterien, Pilzen und anderen Kleinstlebewesen zersetzt. Dadurch entstehen neue Nährstoffe für den Waldboden und die Pflanzen darin. Der Kreislauf beginnt aufs Neue.

Die vielen Grünpflanzen im Wald – vom Grashalm bis zum Eichenbaum – produzieren außerdem mit Hilfe von Sonnenlicht aus Kohlendioxid und Wasser Nährstoffe wie Zucker oder Eiweiß und speichern sie. Dabei wird Sauerstoff frei, den wir alle atmen. Deshalb sind Wälder so wichtig.

Wälder sind aber auch Teil des Wasserkreislaufs der Erde. Die Wurzeln der Bäume nehmen das Wasser nach dem Regen aus dem Boden auf, transportieren es durch den Baumstamm und die Äste zu den Blättern,wo es durch kleine Öffnungen an die Luft gelangt und verdunstet. Machen das Tausende oder gar Millionen von Bäumen, entstehen daraus Wolken. Wenn es aus den Wolken regnet, beginnt der Kreislauf aufs Neue.

Blätter und Nadeln

Warum werfen die Laubbäume unserer Wälder im Herbst ihre Blätter ab? Das liegt daran, dass ihre Blätter im Winter nicht ausreichend gegen Verdunstung und Kälte geschützt sind. Bei Bodenfrost kann der Baum kein Wasser ansaugen, um seine Blätter zu versorgen. Bevor der Baum aber die Blätter abwirft, zieht er noch die Stoffe aus ihnen heraus, die er verwerten kann - vor allem den grünen Farbstoff Chlorophyll, denn der ist sehr aufwändig herzustellen. Die Pflanze speichert diesen und andere Stoffe in ihrem Stamm und ihren Wurzeln als Vorrat für das kommende Jahr. In den Blättern bleiben gelbe und rote Farbstoffe zurück, die der Baum nicht braucht. Diese färben dann das Herbstlaub so schön bunt.

Nadelbäume hingegen haben statt breiter Blätter kleine, spitze Nadeln. Über diese Miniblättchen,
die auch noch mit einer Wachsschicht umhüllt sind, verdunstet weniger Wasser. So sind sie besser an Kälte und Trockenheit angepasst und müssen ihre Nadeln - mit Ausnahme der Lärche - im Winter nicht abwerfen.

Warum Totholz wichtig ist

Ist ein Baum abgestorben, bleibt ein Baumstumpf oder ein hohler Baumstamm zurück. Solches Totholz ist lebendiger, als du denkst. Viele Pilze, Moose und Flechten wachsen darauf und zersetzen es langsam. Auch Käfer und andere Insekten leben im und auf dem abgestorbenen Holz, verspeisen es und scheiden es wieder aus.

Sie tun damit dem Wald enorm Gutes, denn so wird er mit wertvollen Nähr- und Mineralstoffen gedüngt. Außerdem leben Kleintiere von Totholz – und die wiederum sind die Nahrung für größere Tiere wie zum Beispiel bestimmte Vögel. Mehrere Specht- und Eulenarten, aber auch der Siebenschläfer und verschiedene Fledermäuse leben in den Höhlen toter Bäume.

Mehr als ein Fünftel aller Tier- und Pflanzenarten im Wald braucht Totholz als Lebensraum oder als
Nahrungsquelle.

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