Ohne Menschen

gäbe es bei uns fast nur Laubwald

Gäbe es keine Menschen in Mitteleuropa, dann wären Deutschland und seine Nachbarländer vermutlich wie früher fast ein einziger großer Laubwald.

Nadelbäume wie zum Beispiel Fichten und Tannen gäbe es dann nur im Gebirge und Kiefern nur auf trockenen, sandigen Böden im Flachland. Während bis auf die Lärche fast alle Nadelbäume das ganze Jahr über ihre Nadeln behalten, verlieren die Laubbäume bei uns im Herbst ihre Blätter. Im Frühjahr treiben sie aus Knospen wieder neue aus.

In Laubwäldern ist es meist heller als in Nadelwäldern, deshalb wachsen dort mehr kleinere Pflanzen auf dem Boden. Das wiederum lockt mehr Tiere an, die im Laubwald leichter Nahrung finden. Im Nationalpark Hainich in Thüringen wächst der größte zusammenhängende Laubwald Deutschlands. Noch größere Laubwälder mit Nadelwäldern gemischt wachsen im Pfälzer Wald und im Spessart.

Deutsche Laubwälder bestehen hauptsächlich aus Buchen und Eichen. Weitere häufige Baumarten sind Ahorn, Birke, Hainbuche, Linde und Esche. Manchmal können im Laubwald auch einzelne Nadelbäume wachsen.

Laubwälder brauchen besonders viel Wasser. Sie saugen den Regen wie ein Schwamm auf und speichern ihn vor allem im Boden. Überschüssiges Wasser versickert mit der Zeit in das darunter liegende Gestein und wird zu Grundwasser.

Die Eiche

Die Eiche ist der bekannteste deutsche Baum. Du findest die Eiche oder ihr Blatt auf Wappen, Spielkarten und Münzen. Eichen können über 800 Jahre alt werden und bis zu 40 Meter hoch wachsen. Sie bieten bis zu 1.000 Insektenarten Futter und Lebensraum. Ihre Früchte, die Eicheln, sind eine wichtige Nahrung für viele Vogelarten wie den Eichelhäher und Säugetiere wie Eichhörnchen und Wildschweine.

Weil Eichenholz sehr haltbar ist, wurden schon vor Hunderten von Jahren aus Eichen Schiffe und Häuser gebaut. Dafür wurden viele Bäume gefällt, so dass es heute nicht mehr viele alte Eichen gibt. Für Tierarten wie den Hirschkäfer ist das ein Problem, denn seine Larven entwickeln sich nur in alten oder absterbenden Eichen und deren Baumstümpfen.

Die Buche

Ihre ersten Schriftzeichen schnitzten unsere Vorfahren, die Germanen, in Buchenholz – daher stammt vermutlich auch das Wort „Buchstabe“. Eine Buche kann bis zu 35 Meter hoch werden. Die größten Buchenwälder Deutschlands wachsen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern.

Besonders wertvolle alte Buchenwälder werden zum Beispiel in den Nationalparks Hainich und Kellerwald sowie Jasmund und Müritz auf Rügen geschützt. Diese Buchenwälder sowie die des Grumsiner Waldes in der Schorfheide gehören seit kurzem zum Welterbe der Vereinten Nationen. Das ist eine große Ehre, denn diesen Titel bekommen nur sehr wenige Gebiete auf der Welt.

Buchenwälder haben von Natur aus ihr größtes Verbreitungsgebiet in Mitteleuropa. Besonders ihre Früchte, die dreikantigen fetthaltigen Bucheckern, sind für viele Tiere eine Leckerei und ein wichtiger Wintervorrat. Früher haben auch Menschen sie gesammelt, um aus ihnen Öl zu gewinnen oder sie zu rösten und aus ihnen Kaffee zu machen.

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