Wilderei: Warum sie so gefährlich ist –

und was wir dagegen tun können

Diesem Nashorn-Weibchen haben Wilderer das Horn und Teile des Schädelknochens entfernt. Das Weibchen wurde am nächsten Tag gefunden, wie es unter großen Schmerzen umher wanderte. Wie durch ein Wunder hat das Tier überlebt und wurde tierärztlich versorgt. Anschließend hat es sich mit einem Nashorn-Bullen zusammengetan, der sie begleitet und ihr hilft zu überleben.

Das Beispiel zeigt dir: Die Wilderei ist eine wachsende Gefahr für Nashörner, Elefanten, Tiger und viele andere Tierarten. Der WWF hat deshalb seinen Einsatz vor allem in Afrika und Asien verstärkt, um Wildtiere besser zu schützen.

Wo wird gerade besonders schlimm gewildert?

© Rabia Mushtaq /WWF Thailand

Vor allem in Afrika. Neben Nashörnern werden vor allem Afrikanische Elefanten immer öfter von Wilderern getötet, um ihre Stoßzähne aus Elfenbein teuer zu verkaufen. Auch Schuppentiere, Meeresschildkröten und viele andere Tierarten müssen sterben, weil kriminelle Banden sie jagen und zu Geld machen.

Hinzu kommt, dass es leider immer mehr Menschen gibt, die für gewilderte Tiere oder deren Körperteile sehr viel Geld zahlen, zumeist in Asien.

Im Bild links siehst du Elefanten-Stoßzähne in Kenia, die man Wilderern abgenommen hat. Sie wurden vernichtet, damit niemand mehr mit ihnen handeln kann.

Warum kauft jemand Elfenbein oder Nashorn-Horn?

Manche Leute hängen sich einen Stoßzahn vielleicht übers Sofa, um damit anzugeben. Außerdem wird teurer Schmuck daraus geschnitzt.

Das Horn der Nashörner ist inzwischen teurer als Gold, weil es zum Beispiel angeblich Krankheiten heilen könne. Das ist aber Unsinn. Nashornpulver besteht nachweislich fast nur aus Keratin, dem gleichen Stoff wie deine Fuß- und Fingernägel. Trotzdem geben Menschen vor allem in Asien eine Unmenge Geld für ein bisschen Nashornpulver aus. Dort werden auch Körperteile von Tigern und Löwen für viel Geld als Heilmittel gegen Krankheiten verkauft.

Wilderei ist nicht erlaubt. Warum wird trotzdem gewildert?

Mit dem verbotenen Verkauf von Elfenbein, Nashorn-Horn und Tigerknochen können Wildererbanden unglaublich viel Geld einstreichen. Denn weltweit zahlen reiche Menschen eine Menge Geld für Elfenbein und Nashorn-Horn.

Besonders in armen Ländern verlockt die Aussicht auf viel Geld Menschen dazu, mit der Wilderei mehr zu verdienen als durch ehrliche Arbeit wie zum Beispiel in der Landwirtschaft oder im Tourismus.

Viele Wilderer wissen auch gar nicht, welchen Schaden sie der Natur zufügen.

In vielen armen Ländern wird außerdem zu wenig aufgepasst. Es mangelt an Wildhütern, aber auch an Polizisten. Wilderer werden kaum verfolgt. und die wenigen vorhandenen Wildhüter sind oft nur schlecht ausgerüstet.

Wird ein Wilderer mal erwischt, wird er bislang auch kaum bestraft. Oft kommt er noch nicht einmal ins Gefängnis. Das ist besonders in Afrika so, aber auch in Asien.

Gibt es noch andere Gründe für Wilderei?

Ja. Viele Raubtiere werden auch als Feind von Mensch und Nutztier gejagt. Durch den Bau von Siedlungen und die Ausweitung von Äckern und Viehweiden schrumpften die ursprünglichen Lebensräume von zum Beispiel Löwen, Tiger und Schneeleoparden in den letzten Jahren immer mehr zusammen.

Auf der Suche nach Beutetieren und neuen Revieren kommen sie deshalb immer öfter in die Nähe menschlicher Siedlungen. Reißen die Raubkatzen Rinder oder Schafe, ist das für die meist armen Bauern ein großer Verlust. So ist es keine Seltenheit, dass die Großkatzen erschossen, vergiftet oder durch Fallen schwer verwundet werden.

Was tut der WWF?

1. Er bekämpft die Wilderei vor Ort
Der WWF kümmert sich darum, dass mehr Wildhüter auf die Wildtiere aufpassen, dass sie außerdem besser ausgebildet und ausgestattet werden. Zusätzlich werden Menschen in Schutzgebieten informiert, wie wichtig die Wildtiere für alle sind – und wie Wilderei ihnen schadet. Denn wo es weniger Wildtiere gibt, kommen zum Beispiel auch weniger Touristen, die das Geld bringen, von dem die Einheimischen leben können.

Der WWF trainiert und berät auch Staatsanwälte, Polizei und Gerichte in afrikanischen Ländern, damit sie Gesetze besser durchsetzen können und die Wilderei ernster nehmen.

2. Er bekämpft den kriminellen Handel
Elfenbein und Nashorn-Horn wird mit Lastwagen, Schiffen und Flugzeugen von Afrika nach Asien transportiert. Das soll künftig verhindern werden. Durch bessere Kontrollen von Straßen, Häfen und Flughäfen.

In Asien hilft der WWF Regierungsbehörden, damit Händler, die verbotenerweise mit Elefantenteilen handeln, streng bestraft werden. Auch dort sind Kauf und Verkauf von Elfenbein meist verboten – nur hält sich kaum jemand daran. Auch das will der WWF ändern. Händler und Käufer von Elfenbein sollen angemessen bestraft werden, wenn sie erwischt werden!

3. Er bremst die Nachfrage
Vor allem in asiatischen Ländern wie China, Vietnam und Thailand informiert der WWF viele Menschen darüber, was Wilderei für Schäden in der Natur anrichtet, dass Nashorn-Horn wirklich keine Medizin ist und dass man seinen Reichtum nicht durch den Kauf von Elfenbein zeigen muss. Dabei versucht er die Menschen zu überzeugen, dass Stoßzähne oder andere Wildtierprodukte im Wohnzimmer nicht schick, sondern schrecklich sind.

Du kannst uns helfen

In den vergangenen drei Jahrzehnten sind die Bestände der Elefanten auch dank der Arbeit des WWF wieder deutlich angewachsen. Das ist ein toller Erfolg. Doch den müssen wir jetzt gegen die Wilderer verteidigen! Dabei kannst du uns aktiv als Weltheld unterstützen. Hier erfährst du, wie!

Auch im Urlaub kannst du dich gegen Wilderei einsetzen. Kaufe die richtigen Souvenirs: Verzichte auf Andenken aus Elfenbein, Schlangenhaut oder bedrohten Korallen. Was du noch liegen lassen solltest und was du stattdessen mitbringen kannst, erfährst du hier.