Auch Flüsse

lieben's wild

© Bernhard Edmaier: Die Isar von oben. Der weiße Kies und Sand verraten dir,wo der Fluss sonst noch fließt, wenn er wie bei Hochwasser viel Wasser mit sich führt.

 

Echte Wildflüsse fließen wie sie wollen – nach links oder rechts, in Kurven und Schlingen, ganz breit und in viele Arme aufgeteilt oder schluchten-eng oder sogar mit Wasserfall. Je nachdem, wie steil es bergab geht. Leider sind solche Wildflüsse in Deutschland richtig selten geworden.

Denn die meisten Flüsse wurden in den letzten 100 Jahren begradigt, tiefer gelegt, umgeleitet und aufgestaut. So verschwanden Auen, Sand- und Schotterbänke, schlangenartige Kurven, rasante Stromschnellen und stille Altarme – und damit auch all die ganz unterschiedlichen Lebensräume, die einer großen Zahl von Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bieten.

Glücklicherweise gibt es in den oberbayerischen Alpen noch echte Wildfluss-Bereiche. Um die kümmern sich Naturschützer vom WWF und anderen Organisationen.

Hier rauscht es gewaltig

© Thinkstock

Erst ist es still, dann plötzlich dröhnt und rauscht es gewaltig: Am berühmten Felsdurchbruch Scheibum erlebst du die Kraft eines Wildflusses. Hier hat der Fluss Ammer in 120.000 Jahren eine bis zu 80 Meter tiefe Schlucht ins Gebirge gegraben.

Über 30 Kilometer fließt das Wasser durch enge Felsöffnungen, reißt Gesteinsbrocken und Erdklumpen mit und lagert sie in ruhigerem Wasser weiter flussabwärts in breiten Kies- und Schotterbänken wieder ab.

Weiter flussabwärts folgen weite Ebenen mit Mooren und Wiesen und bewaldete Steilhänge in der Ammerschlucht.

In diesen sehr unterschiedlichenn Lebensräumen gibt es noch sehr seltene Tierarten wie den Kiesbank-Grashüpfer oder den Flussuferläufer, einen Vogel. Außerdem wachsen dort besondere Pflanzen wir der Lungenenzian oder die Deutschen Tamariske. Ihnen allen macht es nichts aus, dass der Fluss sein Bett immer wieder neu verlegt.

Auch der Fischreichtum der Alpenflüsse ist beachtlich: Allein in der Ammer schwimmen 30 Arten, darunter Bachforelle, Äsche, Koppe und Huchen. Kein Wunder, dass die Alpenflusslandschaften zwischen Ammersee und Zugspitze vom Bundesamt für Naturschutz und dem Bundesumweltministerium zu den 30 artenreichsten Orten Deutschlands gezählt werden.

Was Wildflüsse bedroht

 

Bist du im Sommer auch gerne am, auf oder im Fluss unterwegs? Dort kannst du Schlauchboot fahren, Schwimmen oder einfach in der Sonne liegen. Doch wir Menschen sind nicht die einzigen, die sich gerne am Fluss aufhalten. In den Film erfährst du, was du tun kannst, um dem Fluss und seinen tierischen Bewohnern nicht zu schaden.

Was wir noch tun können, um Wildflüsse zu schützen, erfährst du hier.