Wie wir Wildflüsse

schützen können

Hast du dich schon mal gefragt, wie die Landschaft wohl vor vielen Jahren ausgesehen hat? In dem kurzen Erklärfilm (oben) erfährst du, wie sich die Flüsse  in den Jahren durch den Einfluss des Menschen stark verändert haben. Nur gemeinsam können wir die Flüsse wieder zu einem geeigneten Ort für Menschen und Tiere machen.

Bestimmt hast du schon einmal ein Wasserkraftwerk an einem Fluss gesehen. Mit Hilfe der Strömung des Wassers wird Strom erzeugt. Klingt erstmal gar nicht schlecht oder? Aber für den Fluss, die Natur um den Fluss und die tierischen Bewohner kann ein Wasserkraftwerk störend und manchmal sogar tödlich sein. Wenn du erfahren möchtest, warum das so ist, schau dir den kurzen Erklärfilm zum Thema Wasserkraft an.

Verbaute Flüsse

Leider sind deutschlandweit heute nur noch ein Zehntel der Flussauen in einem naturnahen Zustand. Auch die Flusslandschaften entlang von Ammer, Lech, Isar und Loisach wurden im vergangenen Jahrhundert stark verändert. Durch Stauwerke und Begradigungen haben sich die Flüsse tiefer eingegraben und immer mehr an Schwung verloren. Zudem verhindern Stauwehre, dass Fische wandern können.

Besonders in der flachen Ebene können Flüsse häufig nicht mehr frei fließen. Flussauen am Fluss wurden trockengelegt, um sie als Ackerfläche zu nutzen, zu besiedeln oder industriell zu verbauen. Bei einem natürlichen Hochwasser werden Ackerfrüchte oder Häuser dort dann schnell nass. Oft werden deshalb Schutzmauern gezogen und der Fluss verbaut – schlecht für die Tiere und Pflanzen.

Flüsse sollen wieder wilder werden

Höchste Zeit also, mehr für den Schutz der Alpen-Wildflüsse zu tun. Darum kümmert sich seit 2014 ein Bündnis aus 18 Vereinen und Organisationen, darunter der WWF. Gemeinsam setzten sie sich dafür ein, die gesamte Region zwischen Ammersee und Zugspitze besser zu schützen und den Flüssen wieder mehr Freiheit zu lassen.

Dazu machen sie zum Beispiel Folgendes:

• Sie pflegen die Moore an der Isar, um besondere Arten zu erhalten,

• lassen an der Ammer alte Auengebiete, die längst ausgetrocknet sind, wieder ganz natürlich vom Fluss überschwemmen,

• setzen sich ein, damit die Flüsse bald auf noch mehr Strecken wieder frei fließen dürfen, und

• helfen besonderen Tierarten, die auf Wildflüsse spezialisiert sind. So soll an der Isar die Flussseeschwalbe durch den Bau von Nistflößen dazu gebracht werden, sich im Sommer wieder hier niederzulassen. Der Ausbau des Flusses hatte den auf Kiesbänken brütenden Zugvogel vertrieben.

• Außerdem werden seltene Pflanzen wie die Deutsche Tamariske neu angepflanzt. Der Strauch wächst auf Kies- und Schotterbänken und liebt das natürliche Chaos in Wildflüssen. Nach den vielen Ausbaumaßnahmen des letzten Jahrhunderts war er fast ausgestorben.

Übrigens: Aus gesunden Wildflüssen kannst du natürlich auch trinken!

Mehr über Wildflüsse erfährst du hier.