Witzige Tiernamen

Vom Blödauge bis zum Thermometerhuhn

Spiegeleiqualle, Tigerwürger oder Trottellumme: Manche Tiere haben echt lustige Namen. Nicht unbedingt, weil ihre Entdecker Witzbolde waren. Wir verraten dir, was hinter zehn spannenden Tiernamen steckt.

Die Spiegeleiqualle im Bild oben gehört zu den Schirmquallen und sieht wirklich so ähnlich aus ein schwimmendes Spiegelei. Völlig klar, dass ihre Entdecker sie so genannt haben. Die Spiegeleiqualle wird im Durchmesser bis zu 35 Zentimeter groß und lebt im Mittelmeer. In ihren Nesselfäden hat sie nur ein schwaches Gift und ist daher für Menschen harmlos.

Der Tigerwürger ist ein Vogel, ein ziemlich kleiner sogar: Er wird nur 18 Zentimeter groß. Wie kann dieser Winzling einen mehr als zwei Meter großen Tiger würgen? Ehrlich gesagt: gar nicht. Zwar lebt der Tigerwürger in Süd- und Ostasien, wo es tatsächlich Tiger gibt. Aber die lässt er lieber in Ruhe. Nein, der Tigerwürger gehört zur Vogelfamilie der Würger. Zu ihnen gehören rund 30 Arten weltweit. Obwohl Würger gern Insekten, Vögel und zum Beispiel Mäuse fressen, erwürgen sie ihre Beute nicht.  Sie verschlingen sie. Mit „Würgen“ ist dann, du ahnst es, etwas anderes gemeint. Die kleinen Vögel  würgen nämlich die unverdaulichen Reste ihrer Mahlzeit – Haare, Knochen, Federn, Käferpanzer – wieder aus. Ganz ähnlich, wie das Eulen tun.

Und den Tiger trägt der Tigerwürger im Namen, weil sein Rückengefieder schwarzgebändert ist und damit ein klein wenig nach dem Fell der großen Katze aussieht.

Das Blödauge ist eine wurmähnliche Schlange, die in Südosteuropa zu Hause ist. Sie gehört zur Familie der Blindschlangen und ist damit, anders als die Blindschleiche, eine richtige Schlange. Auch wenn sie bei etwa 30 Zentimetern Länge eher wie ein sehr großer Regenwurm aussieht. Mit dem hat sie auch etwas gemeinsam: Sie lebt gerne unterirdisch und wühlt sich durchs Erdreich, frisst Ameisen, Hundertfüßer und Käfer. Und ähnlich wie der Regenwurm kann sie nur hell und dunkel unterscheiden. Ihre Augen sind nur ganz schwach entwickelt. Und weil früher in der deutschen Sprache „blöd“ die Bedeutung von „schwach“ hatte, entstand der Name „Blödauge“ für die nur schwach sehende Schlange.

Das Pinselohrschwein hat sehr auffällige, lange Ohren mit schwarzen oder weißen Puscheln dran. Die sehen aus wie Pinsel, daher der Name. Das bis zu 1,50 Meter große Schwein lebt im Dschungel von Zentralafrika. Es schwimmt gern und sucht vor allem nachts nach Nahrung.

Das Thermometerhuhn lebt in Australien und brütet auf eine sehr ungewöhnliche Weise. Im April oder Mai graben die etwa 60 Zentimeter großen Männchen und Weibchen mit ihren Füßen und Schnäbeln eine 3 Meter breite und 1 Meter tiefe Grube. Die füllen sie Pflanzenmaterial, das sie in der Umgebung sammeln.

Sobald es etwas geregnet hat, bedeckt der Hahn alles mit einer Sandschicht. Darunter beginnt das Pflanzenmaterial zu verrotten. Dadurch entsteht Wärme, wie in einem Komposthaufen. Auf der gefüllten Grube baut das Vogelpaar dann aus Sand und Erde einen Bruthügel auf, bis zu 1,50 Meter hoch und 4,50 Meter breit. Da hinein legt das Weibchen bis zu über 30 Eier.

Durch die Verrottungswärme von unten und die Sonnenwärme von oben steigt die Temperatur im Inneren des Hügels auf etwa 33 Grad Celsius.

Diese Temperatur kontrolliert der Hahn jeden Tag. Er steckt seinen Schnabel in den Bruthügel hinein. Daran hat er eine Art Thermometer, mit dem er die Temperatur darin messen kann. Ist es zu kalt, fügt er noch Pflanzenmaterial hinzu, ist es zu warm, nimmt er welches weg. Die geschlüpften Küken müssen sich dann allein aus dem Bruthügel herausbuddeln.

Der Schweinshirsch ist wirklich eine Hirschart und nicht mit Schweinen verwandt. Aber in Südostasien, wo er lebt, stapft er wie ein Schwein mit gesenktem Kopf durch Unterholz, das ihm im Wege ist. Andere Hirsche springen einfach drüber. Der Schweinshirsch wird bis zu 1,1 Meter lang, damit ist er etwas kleiner als ein Reh – aber mit 50 Kilogramm deutlich schwerer und stämmiger.

Die Tote Meerhand oder Tote Mannshand ist kein abgehacktes Körperteil, sondern eine Lederkoralle. Sie lebt in der Nordsee, in der Ostsee und im Mittelmeer ab 20 Meter Tiefe abwärts. Deshalb wirst du sie auch kaum beim Schnorcheln im Urlaub entdecken. Tatsächlich ist diese Koralle etwa so groß wie eine Männerhand. Sie kann weiß, fleischfarben, gelblich oder rosa sein. Wie fast alle Korallen ist sie eine Tierkolonie, die aus vielen Einzelpolypen besteht. Sie ernährst sich von Plankton.

Die Trottellumme ist eine Seevogelart, die an den Nordmeeren lebt. Sie gehört zur Gattung der Lummen. Ganz sicher ist die bis zu 46 Zentimeter große Trottellumme kein Trottel, aber sie läuft so tapsig auf ihren Fußwurzeln, dass es irgendwie trottelig aussieht. Die einzige deutsche Kolonie von Trottellummen gibt es auf der Insel Helgoland. Denn dort gibt es Felsen, auf den sie ihre Nester bauen können.

Die Taschenratte wohnt nicht in irgendeiner Tasche, sondern unter der Erde. Und zwar fast ihr ganzes Leben. In Nord- und Mittelamerika graben die bis zu 30 Zentimeter großen Nagetiere lange Tunnel, wo sie ihre Pflanzenvorräte speichern (sie sind Vegetarier!) und ihre Nester bauen. Ihren Namen haben sie von ihren großen Backentaschen, in der sie ihre Nahrung verstauen. Sie sitzen außen an den Wangen.

Die Aprileule ist gar keine Eule, sondern ein Nachfalter – also ein Schmetterling, der nachts fliegt.  Er gehört zu den Eulenfaltern, die ihren Namen bekamen, weil ihr Kopf angeblich wie der einer Eule aussieht und ihre Augen bei Licht reflektieren.

Warum aber heißt nun dieser Eulenfalter Aprileule? Weil der Falter so frisch grün sei wie das grün junger Pflanzen im April. Unser Falter im Bild sieht allerdings nicht ganz so aprilgrünfrisch aus. Vielleicht ist er schon ein bisschen älter ...

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