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Wüsten

Wundersame Trockenwelten

Wüsten sind alles andere als wüst und leer. Viele Wüsten zählt der WWF sogar zu den wertvollsten Lebensräumen der Welt, weil sie voller Leben stecken – von Reptilien bis zu Riesenkakteen. 

Was sind Wüsten?

In Wüsten regnet es im Jahr weniger als 200 Millimeter auf jeden Quadratmeter – oder gar nicht! Regionen, in denen zwischen 200 und 500 Millimeter Niederschlag im Jahr fallen, nennt man Halbwüsten. Im Durchschnitt haben wir in Deutschland 700 bis 800 Millimeter pro Quadratmeter Niederschlag im Jahr. Das bedeutet: Auf einer Fläche von einem Meter Länge und einem Meter Breite fallen von Januar bis Dezember 700 bis 800 Liter Wasser. Das ist viermal so viel wie in deine Badewanne passt.

Alles wird zu Sand

Die meisten Wüsten bestehen aus Felsen, Geröll und kleineren Steinen. Doch selbst die größten Felsbrocken können in der Wüste ziemlich rasch in Hunderttausenden von Jahren zu Sand zerbröseln. Denn der tägliche Wechsel zwischen Gluthitze am Tag und Eiseskälte in der Nacht – je nach Wüste von plus 58 Grad tagsüber bis zu minus 40 Grad Celsius nachts – zermürbt auf die Dauer selbst härtestes Gestein. Außerdem gibt es meist keine schützende Bodendecke (wie die Erde bei uns) und kaum Pflanzen. Jede Feuchtigkeit verdunstet sofort. 

Wo gibt es Wüsten?

Ein Drittel der Landfläche unserer Erde besteht aus Wüsten. Die meisten erstrecken sich entlang des Äquators: zwischen den gemäßigten Breiten im Norden und den tropischen Savannen und Wäldern im Süden. Dort knallt die Sonne absolut senkrecht nieder. Küstenwüsten liegen an den Westküsten von Afrika und Südamerika. Der Meereswind bringt nur Nebel. Kontinentalwüsten sind im Landesinneren, wo große Gebirge die Wolken einfach abhalten. Kaltwüsten liegen meist in Gebirgen des Festlandes. Vor allem dort wird es nachts dramatisch kalt.

Die Sahara ist die Größte

Mit rund neun Millionen Quadratkilometern bedeckt sie fast das ganze obere Drittel des Kontinents Afrika. Temperatur: Tagsüber bis zu 58 Grad Celsius, nachts bis zu minus 10. Tiere: Gazellen, Antilopen, Hyänen, Echsen, Mufflons, Füchse, Igel, Fledermäuse, Flughühner, Skorpione und Schlangen.

Die Namib ist die Älteste

55 Millionen Jahre soll sie alt sein, die Namib-Wüste an der Südwestküste Afrikas. Sie hat bis zu 300 Meter hohe Sanddünen. Wenn kühle, feuchte Meeresluft auf bis zu 60 Grad heiße Wüstenluft trifft, entsteht dicker Namib-Nebel. Tiere: Namib-Sandgecko, Zwergpuffotter, Graumull, Nebeltrinker-Käfer,  Spießbock, Spitzmaulnashorn und – wo es feuchter ist – sogar der Elefant. 

Gobi, die Gefrorene

Die Gobi ist die größte Wüste Asiens und erstreckt sich über fast zwei Millionen Quadratkilometer in China und der Mongolei. Im Sommer wird es dort 30 Grad Celsius warm, im Winter minus 40 Grad kalt und sehr trocken. Tiere: Wolf, Kropfgazelle, Wüstenrennmäuse, Steppeniltis, Schneeleopard.