Erntedank:

Fürs Essen „Dankeschön“ sagen

© Thinkstock: Herzig gewachsene Kartoffel

Viele Menschen in Deutschland feiern im Herbst das Erntedankfest.  Warum eigentlich? Essen gibt`s doch das ganze Jahr im Supermarkt.

Äpfel, Birnen, Pflaumen, Weintrauben, Kürbisse, Kohlköpfe, Kartoffeln, Zwiebeln und Getreide, aus dem Brot gemacht wird: All das und noch viel mehr können wir im Herbst ernten. Dass wir überhaupt so viel ernten können, dafür danken viele Menschen Gott und der Natur. Das tun sie in ganz ähnlicher Weise in vielen Religionen und auf der ganzen Welt.

Erntedankfeste sind auch schon sehr alt. Sie wurden bereits vor rund zweitausend Jahren von Kelten, Griechen, Römern und Ägyptern gefeiert. Denn schlechte Ernten bedeuteten damals Hungersnot und Lebensgefahr. Nur bei guten Ernten konnten die Menschen ihre Familien ernähren.

Da wir in einem reichen Land leben, müssen wir auch bei schlechter Ernte keine Not leiden. Zum Beispiel, weil wir genug Vorräte haben oder von solchen Ländern Nahrung kaufen können, in denen es gute Ernten gab.

Das ist für uns heute selbstverständlich. Doch noch vor über 100 Jahren gab es auch in Mitteleuropa Gegenden, in denen eine schlechte Ernte zu einer Hungersnot führte. Das gibt es leider auch heute noch: Viele Menschen sind als Flüchtlinge zu uns gekommen, weil in ihren Ländern große Not herrscht und es dort an Essen mangelt.

Wir sollten daher sehr respektvoll mit unserem Essen umgehen. Leider tun wir das nicht alle: In Deutschland wird sehr viel Essen weggeworfen, das noch genießbar wäre. Der WWF hat die gesamte Menge mal umgerechnet auf jeden Einzelnen: 80 Kilogramm Essen wirft im Durchschnitt jeder Mensch in Deutschland im Jahr weg. Das sind ungefähr zwei randvolle Einkaufswagen!

Das ist eine große Verschwendung. Und sie schadet unserer Umwelt, weil für die Herstellung ungenutzten Essens zum Beispiel völlig unnötig Treibhausgase in die Luft ausgestoßen wurden.

Warum machen wir so etwas? Nicht aus Absicht, sondern meist aus Gedankenlosigkeit: Weil wir zum Beispiel planlos und zu viel Essen einkaufen. Oder das Essen zu Hause unpassend  lagern und keine Reste aufheben wollen. Oder nicht auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achten. Oder weil wir kleine Äpfel, unförmige Kartoffeln oder ganz krumme Gurken nicht mögen.

Aber mit einem bisschen guten Willen können wir all diese Verschwendung stoppen. Zum Beispiel nur das Essen einkaufen, das wir wirklich brauchen. Auch mal krumme Gurken und schrumpelige Äpfel essen. Und aus Essensresten am nächsten Tag einen leckeren Auflauf zaubern.

Wenn viele Menschen künftig besser auf ihr Essen achten, gäbe es das große Wegschmeißen bald nicht mehr. Daran arbeitet auch der WWF mit seinen vielen Aktionen gegen Lebensmittelverschwendung. 

Deshalb: Mach mit und wirf kein genießbares Essen mehr weg. Das ist dann ein bisschen wie Erntedankfeiern, nur das ganze Jahr über.

Wusstest du, dass es über das Essen eine ganze YOUNG PANDA-Aktuell-Ausgabe gibt? Hier kannst du in die ersten drei Seiten reinschnuppern: YOUNG PANDA-Aktuell 4/15.

Hier findest du weitere Tipps, wie du beim Essen die Natur und Umwelt schonen kannst.