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Umwelttipp:

Keine falschen Andenken mitbringen

Ob Elfenbein von Elefanten, Walknochen oder Tigerfelle: Diese Teile bedrohter Tiere – das weißt du bestimmt – sollten auf keinen Fall im Urlaub als Andenken gekauft werden. Und schwarze Fischeier findest du vielleicht sowieso schon eklig. Aber was ist mit Korallenstücken und lebenden Pflanzen? Schon schwieriger.

Deshalb hat der WWF wieder einen neuen Ratgeber herausgebracht, in dem genau drin steht, welche exotischen Andenken du und deine Familie bitte nicht im Urlaub kaufen sollten. Ähnlich wie bei einer Ampel siehst du darin: Warnfarbe Rot heißt "Finger weg". Gelb bedeutet "Vorsicht" und Grün "empfehlenswert", also gut.

Tigerfelle, Elefantengürtel oder Haizähne

Wer verreist, bringt meistens als Souvenir (das ist das bekannte französische Wort für Andenken) etwas aus seinem Urlaubsort mit nach Hause. Doch Vorsicht: In vielen Reiseländern werden Produkte angeboten, die von geschützten Tieren oder Pflanzen stammen – wie zum Beispiel Korallen, Leopardenfelle, Panzer von Meeresschildkröten, Muscheln oder Elfenbeinschnitzereien.

Das aber ist verboten, also illegal. Illegaler Handel mit Tieren, Pflanzen und Dingen, die aus ihnen hergestellt wurden wie Tische, Schals oder Halsketten, bedroht viele Arten. Und weil der Handel mit bedrohten Arten verboten ist, ist er auch strafbar.

Allein am Frankfurter Flughafen, einem der wichtigsten Drehkreuze Europas, wurden 2015 über 3.700 Pflanzen und über 4.600 lebende Tiere beschlagnahmt. Die Tiere sind häufig stark geschwächt und landen  in der Quarantänestation des Frankfurter Zoos. Zoodirektor Professor Dr. Manfred Niekisch sagt: „Es ist erschreckend, unter welchen entsetzlichen Umständen und in was für miserablen Zuständen Tiere aufgegriffen werden. Schlangen, die in einem Postpäckchen vier Wochen von Argentinien nach Deutschland unterwegs waren, haben wir ebenso vom Zoll bekommen wie seltene mexikanische Baumschleichen, die mehr tot als lebendig im Transportkoffer sogar noch Junge geboren haben“.

Nach WWF-Untersuchungen werden jährlich mit dem weltweiten Schmuggel wild lebender Tiere und Pflanzen rund 20 Milliarden Euro verdient. Das ist vom Umfang her vergleichbar mit dem Drogen- und Waffenschmuggel. Leider schmuggeln auch „unwissende Touristen“. Deshalb: Tiere und Pflanzen sowie  Produkte aus Tieren und Pflanzen anschauen, bestaunen, vielleicht fotografieren – aber bitte nicht kaufen!

Der WWF rät: Hände weg von diesen Souvenirs

Souvenirs von vielen Arten darf man entweder gar nicht kaufen oder braucht spezielle Genehmigungen, um sie mit nach Hause nehmen zu dürfen. Zum Beispiel sind Meeresschildkröten, Elefanten, Nashörner und Großkatzen streng geschützt.

Hände weg von allen lebenden Tieren! Papageien oder Reptilien werden an manchen Urlaubsorten in kleinen Käfigen zur Schau gestellt. Auch wenn sie dir noch so leid tun, solltest du auf keinen Fall lebende Tiere im Urlaubsland kaufen. Und auch keine Selfies mit ihnen machen und dafür Geld bezahlen.

Nimm auch keine Souvenirs aus Korallen (Bild oben), Muscheln, Schwämmen oder Seeigeln von Riffen mit heim. Denke daran: Auch eine bereits abgestorbene Steinkoralle ist das Zuhause für ganz viele lebendige Riffbewohner.

Geschnitzte Dinge aus den Hörner, Zähnen oder Knochen bedrohter Tierarten wie Nashorn-Hörner, Elefantenstoßzähne oder Walzähne sind ebenfalls verboten.

Verzichte auch auf

Tierfelle von bedrohten Arten wie Leopard, Schneeleopard, Nebelparder, Tiger, Jaguar, Ozelot und Gepard oder Mäntel und Taschen aus ihnen.

Schals und Tücher aus Shahtoosh-Wolle der Tibetantilopen: Für sie müssen die Tiere sterben.

Medizin aus Tierprodukten, zum Beispiel aus Tigerknochen, Rhinozeroshörnern, Moschus oder Bärengalle.

Federn von Wildvögeln.

Produkte aus Schildkrötenpanzer wie zum Beispiel Masken oder aus dem Schildpatt der Meeresschildkröten wie Schmuck, Schalen, Brillen, Haarspangen oder Kämme.

Wildpflanzen wie Kakteen oder Orchideen.

Schnitzereien aus geschützten seltenen Tropenhölzern ohne FSC-Zeichen.

Wichtig: Wenn du und viele anderen Urlauber auf solche Andenken verzichten, können sich die Bestände bedrohter Arten erholen.

Diese Andenken schaden nicht der Natur

Bring von deinem Urlaubsort lieber Töpfereien, T-Shirts aus Ökobaumwolle oder am besten selbstgemachte Fotos mit und lass die Finger von Andenken aus Tieren und Pflanzen. So kannst du im Urlaub etwas für den Naturschutz tun. Denn wenn niemand mehr Souvenirs aus Tieren und Pflanzen kaufen würde, wäre das schon ein großer Schritt zur Erhaltung bedrohter Arten.

Auch folgende Dinge kannst du mit nach Hause nehmen, ohne der Natur zu schaden:

  • Schmuck und Schalen der Kokosnuss
  • Figuren aus Stein
  • Stoffe aus Pflanzenfasern oder Wildseide
  • Andenken aus FSC-Holz
  • Körbe
© WWF

 

Mehr steht im WWF-Ratgeber für Souvenirs. In ihm findest du die wichtigsten verbotenen Tier- und Pflanzenprodukte.  Er ist klein und handlich und passt in die Hosentasche. Du kannst ihn dir hier herunterladen.

Wie Artenspürhunde geschmuggelte Tiere und Tierprodukte erriechen, liest du hier.

Mehr Umwelttipps für den Urlaub findest du hier!