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Umwelttipp:

Teste deinen Bach, wie naturnah er ist

Viele Bäche wurden früher verschmutzt, begradigt und in betonierte Rinnen gezwungen. Kein Wunder, dass dort bald keine Pflanzen mehr wuchsen und kaum noch Tiere lebten. Heute sind eine ganze Reihe Bäche wieder sauberer und fließen wieder natürlich. Auch der Bach in deiner Nähe?

Ob ein Bach naturnah ist, kannst du schon durch genaues Beobachten erkennen. Aber Achtung: Gehe nie allein in einen Bach! Nimm bitte einen Erwachsenen mit, der prüfen kann, ob der Bach ungefährlich für dich ist (also nicht zu tief und ohne starke Strömung!).

Dann mache unseren 5-Punkte-Schnelltest und prüfe: Wie viele Pluspunkte kannst du deinem Bach vergeben?

1.   Wie verläuft der Bach:
a.    (-) Supergerade oder
b.    (+) geschlängelt?

2.   Wie ist die Wassertiefe:
a.    (-) Überall gleich oder
b.    (+) unterschiedlich?

3.    Wie fließt das Wasser:
a.    (-) Überall gleich schnell oder
b.    (+) unterschiedlich?

4.    Wie sind Ufer und Böschung:
a.    (-) Eintönig oder
b.    (+) vielfältig?

5. Wie ist das Wasser?

Sauber oder schmutzig? Um das festzustellen, musst du zunächst genau schauen und fühlen. Und dann vom Ufer aus mit einem Netz oder Sieb Tiere suchen.

(++) Güteklasse 1:
• Das Wasser ist klar und kühl, der Boden ist steinig.
• Typische Tiere sind: Steinfliegenlarve, Lidmückenlarve, Flache Eintagsfliegenlarve, Köcherfliegenlarve, Flussperlmuschel (Bild oben), Bachforelle, Groppe. Mehr über diese Tiere liest du hier.
Se zeigen: Der Bach (oder Fluss) ist unbelastet bis sehr gering belastet, hat genug Sauerstoff, nicht zu viele Nährstoffe und wenige Bakterien.

(+) Güteklasse 2:
• Das Wasser hat mehr Pflanzen, ist an manchen Stellen etwas trübe, der Boden ist eher sandig.
• Typische Tiere: Kriebelmückenlarve, Flussnapfschnecke, Weißer Strudelwurm, viele Fische wie zum Beispiel die Äsche.
Das heißt: Der Bach ist zwar etwas belastet, hat aber natürliche Nährstoffe und ausreichend Sauerstoff.

(–) Güteklasse 3:
• Das Wasser ist trübe, wirkt schmutzig oder ist voller Algen.
• Typische Tiere sind: Waffenfliege, Wasserassel (im Bild oben), Kugelmuschel oder Rollegel.
Das heißt: Der Bach ist stark verschmutzt, viel Sauerstoff wird verbraucht durch Schmutz aus einer Industrie oder zu viele Nährstoffe aus Düngemitteln in der Landwirtschaft.

(– –) Güteklasse 4:
• Das Wasser ist trübe und stinkt.
• Typische Tiere sind: Schlammröhrenwürmer, Rattenschwanzlarve, Rote Zuckmückenlarve. Fische gibt es hier keine mehr.
Das heißt: Der Bach ist übermäßig verschmutzt, Abwässer verbrauchen fast den ganzen Sauerstoff, stinkender Faulschlamm hat sich gebildet.

Deine Bewertung:

5 bis 6 Plus-Punkte: Sehr naturreiner Bach, vorbildlich!
3 bis 4 Plus-Punkte: Ziemlich naturnaher Bach, Bachlauf und Wasserqualität könnten aber noch besser sein.
0 bis 2 Plus-Punkte: Trübe Schmutzrinne, die dringend renaturiert werden müsste.


Hier erfährst du mehr:

Wie Bäche funktionieren

Wer alles an und in Bächen wohnt

Die Güteklassen gelten auch für Flüsse. Güteklassen 3 und 4 gibt es fast nur in Flüssen in Industriegebieten. Die gute Nachricht: In den vergangenen Jahren sind Deutschlands Flüsse und Bäche durch strenge Umweltgesetze deutlich sauberer geworden. Die allermeisten Flüsse und Bäche in Deutschland haben die Gewässergüte 2.