© WWF-Canon / Svein B. Oppegaard
© WWF-Canon / Svein B. Oppegaard

Der Eisbär - eines der größten Landraubtiere der Erde

Der Herrscher des ewigen Eises steht in der Arktis an der Spitze der Nahrungskette. Der Eisbär ist eines der größten Fleisch fressenden Landsäugetiere der Erde. In der gesamten Arktis der Nordhalbkugel leben etwa 20 Populationen - von einigen hundert bis tausend Tieren. Insgesamt leben schätzungsweise noch 22.000 Eisbären in der eisigen Wildnis, etwa 60 Prozent davon allein in Kanada.

Eisbären verbringen die langen Winter auf dem Packeis-dem Eis, das auf dem Meer schwimmt. Hier jagen sie ihre liebste Beute: Eismeer-Ringelrobben und Sattelrobben. Außerdem machen Eisbären Jagd auf junge Walrosse, Beluga-Wale, Narwale, Fische, Seevögel sowie deren Eier. Nur im Sommer, wenn das Eis schmilzt, müssen sie auf dem Festland leben, wo sie dann lange Hungerperioden überstehen müssen, da sie dort keine Robben oder Walrosse fangen können.

Das weiße Fell des Eisbären ist eine optische Täuschung. Die Haare erscheinen durch Reflexion des Sonnenlichtes weiß, ähnlich wie bei Eis und Schnee. In Wirklichkeit sind seine Haare durchsichtig und hohl, um die Sonnenstrahlen nach innen bis auf die dunkle Haut zu leiten. Sie speichert die Sonnenwärme. Außerdem hat der König der Arktis noch eine etwa zehn Zentimeter dicke Fettschicht, die ihn vor den extrem kalten Temperaturen von bis zu minus 70 Grad Celsius schützt.

Eisbären im Treibhaus
Klimaforscher haben festgestellt, dass in den letzten 100 Jahren die durchschnittliche Lufttemperatur in der Arktis um fast fünf Grad Celsius angestiegen ist, und dass die Ausdehnung des Packeises in den vergangenen 20 Jahren um sechs Prozent abgenommen hat. Das bedeutet für die Eisbären: Das Eis schmilzt im Frühling früher und friert im Herbst später als gewöhnlich. Dadurch verkürzt sich die Zeit, in der die Eisbären den Großteil ihrer jährlichen Futterration zu sich nehmen können. Ihr Lebensraum, in dem sie ihre Hauptnahrung, die Ringelrobben, jagen, wird immer kleiner.

Vor allem tragende Weibchen und der Eisbär-Nachwuchs leiden unter den mangelnden Fettreserven. Außerdem werden Eisbären immer häufiger auf Inseln im Packeis, auf denen sie ihren Nachwuchs zur Welt bringen, vom verbindenden Packeis abgeschnitten. Schon heute überstehen nur weniger als die Hälfte der Jungen die immer länger werdende eisfreie Zeit.

Noch ein weiteres Problem bringt der Klimawandel mit sich: Die Hauptnahrung der Eisbären, die Ringelrobben, bringen ihre Jungen in Eishöhlen zur Welt. Durch die Erwärmung stürzen diese Eishöhlen häufig ein und die Jungtiere sind in Gefahr, verletzt oder getötet zu werden. Wird es dann wieder kalt, sind die Jungtiere schutzlos. Deshalb gibt es immer weniger Ringelrobben. Und dadurch auch weniger Eisbären.

Warum wird es wärmer?
Durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Gas steigt die Konzentration von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre. Dies führt letztlich zum Treibhauseffekt, der bewirkt, dass es auf der Erde immer wärmer wird - mit fatalen Folgen. Forscher haben errechnet, dass die Durchschnittstemperatur nördlich des Polarkreises bis zum Ende des 21. Jahrhunderts sogar um bis zu zehn Grad ansteigen könnte, wenn die Menschheit jetzt nicht entschlossen handelt. Eine so drastische Erwärmung können die Eisbären nicht überleben. Schon heute schmilzt den weißen Riesen das Packeis unter den Pfoten weg.

Klimaschutz ist Eisbärenschutz
Der WWF macht sich für das Umschalten auf saubere Energien stark, damit der Klimawandel langfristig gestoppt und nicht nur der Eisbär gerettet werden kann. Denn wenn es immer wärmer wird, kann der Meeresspiegel weltweit bedrohlich ansteigen. Zugleich wächst die Gefahr extremer Wetterereignisse, etwa starker Stürme.

Um dies zu verhindern und auch dem Eisbären sein Packeis zu erhalten, kann jeder etwas tun.

Hier einige Tipps:

  • Energie sparen: Energiesparlampen statt Glühbirnen verwenden, Räume nicht überheizen und beim Lüften darauf achten, dass die Heizkörper abgedreht werden. Außerdem an Fernsehern und anderen Elektrogeräten bei Nichtgebrauch den Stecker ziehen, denn der "Stand-by-Modus" frisst ungeahnt viel Strom.
  • Möglichst oft öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad benützen, anstatt mit dem Auto zu fahren.
  • Müll vermeiden, Müll trennen und wiederverwerten.