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Gorillas
Es soll ja Leute geben, die immer noch nicht glauben können, dass der Mensch vom Affen abstammt. Wer jedoch einmal Menschenaffen in Aktion gesehen hat, der ist leicht zu überzeugen. Egal ob Orang-Utan, Schimpanse oder Gorilla: Ihre Verhaltensweisen, ihre Gewohnheiten und auch ihre handwerklichen Fähigkeiten erinnern eindeutig an unsere eigenen. Und wer einmal ein kleines Gorillababy beobachten durfte, möchte am liebsten eines adoptieren. Darum beschäftigen wir uns in unserem Thema des Monats diesmal mit einem unserer nächsten Verwandten: dem Gorilla.
Die Könige des Dschungels
Sie sind die größten Menschenaffen und leben in den Regenwäldern Zentralafrikas. Einmal ausgewachsen, kann den Vegetariern kaum jemand etwas anhaben – außer dem Menschen.
Echte Gorillas sind natürlich nicht so groß wie King Kong und klettern auch nicht auf Hochhäuser. Aber auf bis zu 30 Meter hohe Bäume klettern sie schon – trotz ihres beachtlichen Gewichtes. Meist jedoch bleiben sie am Boden und suchen dort nach leckeren Früchten oder Blättern. Das tun sie zusammen mit ihrer Familie: Das sind meist vier bis fünf Weibchen und genauso viele Kinder. Chef und Papa ist der einzige ausgewachsene Gorillamann, der „Silberrücken“. So heißt er, weil Gorillamännchen mit etwa 14 Jahren – wenn sie ausgewachsen sind – silbergraue Haare auf dem Rücken bekommen.
Familiengründung
In jeder Gorillafamilie gibt es immer nur einen Silberrücken. Er bestimmt, wo es lang geht, wann gefressen und wann geruht wird. Und er verteidigt den Clan. Wenn die jungen Gorillamänner selbst Boss werden wollen, verlassen sie ihre Familie und bilden eine neue. Dazu locken sie dann Weibchen aus anderen Familien weg. Was durchaus Ärger mit deren Silberrücken geben kann.
Wie ein Gorilla lebt
Gorillas können auf ihren Hinterbeinen und den Knöcheln ihrer Hände laufen. Das lässt sie immer richtig groß aussehen. Gorillas sind tagaktiv und fressen von morgens bis abends Früchte und Blätter. Bis zu 20 Kilo täglich, denn ihre Nahrung hat wenig Kalorien. Da müssen sie mehr futtern als wir. Abends nach dem Fressen bauen sie sich innerhalb weniger Minuten bequeme Nester aus Zweigen und Blättern. Einige Gorillas schlafen aber auch einfach auf dem blanken Boden.
Menschliche Verhaltensweisen
Gorillas sind friedfertig, sehr geduldig und sozial. Und wie wir haben sie Gefühle, die sie durch Gesichtsausdrücke, Körperbewegungen und Laute äußern. Sie können zwar nicht sprechen, aber sie können so trainiert werden, dass sie Wörter verstehen und sich mit Menschen über Zeichensprache verständigen können. Und sie zeigen die gleichen Gefühle wie wir: Liebe, Hass, Angst, Trauer, Freude, Gier, Großzügigkeit, Stolz, Scham, Mitleid, Neid und Mut. Wenn sie gekitzelt werden, lachen sie. Und wenn sie traurig sind oder ihnen etwas weh tut, dann zeigen sie es auch – nur ohne Tränen.
Eine Schwangerschaft dauert bei den Gorillas fast genauso lang wie bei uns Menschen: 8,5 Monate. Das Kleine wiegt bei der Geburt gerade mal zwei Kilo. Meistens bekommt eine Gorillamutter mit acht oder neun Jahren ihr erstes Baby und dann alle vier Jahre ein weiteres. Das bemuttert sie dann drei Jahre lang. Denn die süßen Gorillababys sind genauso hilflos wie ein Menschenbaby. Und genauso liebesbedürftig sowie neugierig. Später lernen sie von ihrer Familie wie man Essen findet, Nester baut, selber auf Babys aufpasst und mit den anderen Gorillas umgeht. Gorillas werden in Freiheit etwa 35 Jahre alt, in Gefangenschaft bis zu 55 Jahre.



