
- © WWF / Sabine Vielmo
Ganz schön menschlich - oder?
Menschenaffen - Die engsten Verwandten der Menschen im Tierreich
Gorillas, Orang-Utans, Schimpansen und Bonobos gehören zu den Menschenaffen. Während die Orang-Utans in Asien zu Hause sind, leben Gorillas, Schimpansen und Bonobos in Afrika. Sie alle sind unsere engsten Verwandten im Tierreich. In einigen Verhaltensweisen sind sie uns Menschen auch sehr ähnlich. Schimpansen beispielsweise verwenden Steine und Stöcke als Werkzeuge. Sie benutzen sogar bestimmte Pflanzen als Medizin, wenn sie krank sind. Menschenaffen-Mütter kümmern sich liebevoll um ihre Kinder, bis sie für sich selbst sorgen können. Und sie erziehen ihre Kinder - manchmal ganz schön streng.
Menschenaffen können auch wie wir Menschen neidisch und eifersüchtig werden. Ja, sie können nach neuesten Beobachtungen sogar Kriege gegen Artgenossen führen.
Zwar können Menschenaffen nicht sprechen, denn es fehlt ihnen das sogenannte "Sprachzentrum" im Hirn. Trotzdem haben Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans in Gefangenschaft menschliche Sprachen (nicht Sprechen) erlernt: Sie können zum Beispiel über Symbolzeichen mit ihren Kontaktpersonen kommunizieren und sind imstande, komplexe Tätigkeiten am Computer zu meistern. Und es wurde nachgewiesen, dass sie zu logischem Denken fähig sind. Außerdem haben sie ein - im wahrsten Sinne - Selbstbewußtsein, das heißt dass sie sich selbst und die Folgen Ihres Handelns erkennen können.
Was uns vom Schimpansen und Bonobo unterscheidet, sind nur 1,6 Prozent des Erbgutes! Noch erstaunlicher ist die Tatsache, dass Schimpanse und Mensch sich näher stehen als Schimpanse und Gorilla.
Aber trotz der Ähnlichkeiten gibt es auch viele Unterschiede zwischen Menschen und Menschenaffen: Menschenaffen lesen und schreiben nicht und bauen auch keine Autos oder Bomben.
Die Verwandten sind ihr Feind:
Warum Menschenaffen vom Aussterben bedroht sind
Die Menschen sind aber nicht nur enge Verwandte der Menschenaffen, sondern auch ihre größten Feinde. Sie sind dafür verantwortlich, dass diese Tiere kurz vor dem Aussterben stehen. Besonders schlimm für die Menschenaffen ist die Zerstörung ihres Lebensraumes, des Regenwaldes in Asien und Afrika. Entweder wird das Holz der Bäume von großen Unternehmen meistens zu Papier verarbeitet. Oder es wird in den Wäldern Feuer gelegt, um große freie Flächen zu schaffen. Das nennt man "brandroden". Auf den freien Flächen wird dann Landwirtschaft betrieben oder es werden Ölpalmenplantagen angelegt. Das aus Ölpalmen gewonnene Palmöl wird beispielsweise zu Margarine oder Kosmetik verarbeitet. Und das nicht nur in Afrika oder Asien. Auch deutsche Unternehmen verwenden Palmöl, das in ehemaligen Regenwaldgebieten gewonnen wurde.
Viele Menschenaffen werden von Wilderern getötet, die ihr Fleisch verkaufen. Solches Fleisch von Wildtieren nennt man "bushmeat". Manchmal fangen Wilderer sogar Menschenaffen-Kinder und verkaufen sie als Haustiere. Weil die Affenmütter ihre Kinder aber nicht so einfach hergeben wollen, bringen die Wilderer die Mütter und oft ganze Menschenaffen-Familien um. Das ist furchtbar für die Familie - und für die ganze Art. Denn Menschenaffen-Weibchen bekommen nur alle vier bis neun Jahre ein Kind.
Damit die Menschaffen überleben, setzt sich der WWF für den Erhalt der Regenwälder in Afrika und Südostasien ein und fördert den naturverträglichen Tourismus. Beispielsweise unterstützt er geführte Ausflüge zu den Gorillas. Die Einheimischen können so Geld verdienen, ohne Regenwälder abzuholzen oder Affen zu töten, um sie als Fleisch zu verkaufen. Außerdem beschützen Wildhüter die Menschenaffen vor Wilderern.

