
- © Ian Hudson / WWF-Canon
Tiefsee
Paddy taucht ab und Du kommst mit!
Die Tiefsee beginnt dort wo das Licht aufhört. Ab einer Tiefe von 800 Metern hat das Licht keine Chance mehr durchzukommen und es wird stockfinster und richtig dunkel. 70% der Weltmeere zählen zur Tiefsee. Die Lebensbedingungen in diesen Tiefen sind extrem hart, es ist durchschnittlich 2 Grad kalt und alle 10 Meter erhöht sich der Druck im Meer um eine Atmosphäre. In einer Tiefe von 10.000 Metern lastet somit 1 Tonne Druck pro cm² auf der Haut. Trotz der scheinbar extrem lebensfeindlichen Bedingungen hat sich in der Tiefsee eine vielfältige Tierwelt entwickelt. Bis jetzt wurden aber erst 1% der gesamten Tiefsee erforscht. Der Mensch weiß also mehr über den Mond als über die Tiefsee. Es gibt also noch unglaublich viele Geheimnisse da unten zu entdecken. Mit einem etwas mulmigen Gefühl im Bauch macht sich Paddy nun auf die Suche in eine spannende und dunkle Unterwasserwelt.
Besonderheiten der Tiefsee-Bewohner
Auffallend ist, dass die meisten Tiefseefische nicht sehr groß werden – sie sind meistens nicht größer als 30 Zentimeter. Offenbar können sie nicht genug Nahrung finden, um weiter zu wachsen. Viele haben fast transparente Körper oder sind völlig schwarz, um sich besser vor ihren Feinden zu schützen. Die Augen sind entweder extrem groß, um die schwachen Reste des Lichtes besonders gut aufzufangen, oder sie fehlen ganz. Die Tiere ohne Augen haben dann andere sensible Wahrnehmungsorgane, mit denen sie ihre möglichen Opfer aufspüren können. Zum Beispiel durch Gerüche oder Erschütterungen. Manche Tiefseefische können mit Hilfe von Bakterien Lichtsignale aussenden. Das hilft bei der Kommunikation mit Artgenossen und lockt Beute an - allerdings aber auch Räuber.
Das knappe Nahrungsangebot macht "erfinderisch". Es gibt Tiefseefische mit extrem dehnbaren Mägen und ausklappbaren Kiefer. Damit können sie Beute fangen, die größer ist als sie selbst und so für die Zeit bis zum nächsten Fang vorsorgen. Oft verleihen derartige Eigenschaften den Fischen ein ungewöhnliches Aussehen.
Die Zähne der Tiefseetiere sehen meistens besonders furchterregend aus. Sie sind oft extrem lang und sehr scharf. Der schwarze Drachenfisch hat sogar so lange Zähne, dass er das Maul nicht schließen kann. Wahrscheinlich sind solche Waffen nötig, um jedes noch so kleine Beutetier, das vorbeischwimmt, effektiv fangen zu können.
Licht im Dunkel
In 1000 Meter Tiefe ist alles tiefschwarz und Paddy sieht nicht mal seine Pfoten vor den Augen. Doch was war das denn? Buntes Licht? Paddy reibt sich die Augen und glaubt zu Träumen, doch da ist es wieder - mitten im Dunkel blinkt und strahlt es! Es sind die skurrilen Tiefsee-Meeresbewohner, die für das spektakuläre Schauspiel verantwortlich sind. In deren Körper hergestellte Bakterien reagieren miteinander und erzeugen so Licht. Aber das ist natürlich nicht nur dafür gedacht, dass es schön aussieht. Viele Tiere nutzen die Leuchtsignale um im Dunkeln einen Partner zu finden oder mit Artgenossen zu kommunizieren. Andere wiederum locken damit ihre Beute an und schnappen zu.




