Der Tiger – „König des Dschungels“
Vor etwa einer Million Jahren lebte die Urform des Tigers im Süden Chinas und breitete sich von dort in alle Himmelsrichtungen aus – bis in die Taiga Sibiriens, die Regenwälder Südostasiens, die Trockenwälder Indiens und den Osten der Türkei. Überall, wo die große Katze genug Beute, Wasser und Deckung fand, da ließ sie sich nieder. Im Laufe der Evolution passten sich die Tiger den unterschiedlichen Lebensräumen an. Sie jagen im tropischen Regenwald Sumatras ebenso wie in der eisigen Taiga Russlands und sind die Könige des indischen Dschungels.
So lebt der Tiger!
Tiger leben am liebsten in dichten Wäldern. Dafür sind sie perfekt „angezogen“, denn die Streifen auf ihrem Fell verschmelzen mit den Bäumen und sehen aus wie Äste oder Baumstämme. Im Wald gibt es auch jede Menge Beute: Hirsche, Wildschweine und wilde Rinder, aber auch Echsen, Affen und Vögel. Sogar Fisch steht manchmal auf der Speisekarte. Ein Tiger frisst ungefähr 9 Kilogramm Fleisch jeden Tag. Das ist so viel, als würdest du täglich 75 Bockwürste oder 18 Portionen Spaghetti essen.
Tiger werden in der Wildnis etwa 15 Jahre alt. Sie sind Einzelgänger und treffen sich nur mit anderen, um sich zu paaren. Ein Tiger-Weibchen bringt zwei bis vier Junge zur Welt, die sie etwa sechs Monate lang säugt. Erst dann gehen die Jungen zum ersten Mal auf die Jagd. Dazu brauchen sie ein sehr, sehr großes Jagdrevier.
Tiger in Gefahr!
Streiften vor 100 Jahren noch etwa 100.000 Tiger durch die Wälder zwischen Anatolien und dem Russischen Fernen Osten, leben heute nur noch etwa 3.200 dieser majestätischen Großkatzen in der Wildnis Asiens. Nur sechs von einst neun Unterarten des Tigers haben das letzte Jahrhundert überlebt: Der Amur- oder Sibirische Tiger, der Sumatra-Tiger, der Indochinesische Tiger, der Südchinesische Tiger, der Bengal-, Königs- oder Indische Tiger und der Malaysia-Tiger. Doch auch sie sind bedroht!
Für die Bedrohung der Tiger gibt es zwei Hauptursachen: Die Menschen haben früher Jagd auf Tiger gemacht und auch heute noch stellen Wilderer dem „König des Dschungels“ nach. Außerdem ist der Lebensraum vieler Tiger dramatisch geschrumpft. Besonders die Abholzung der Regenwälder aber auch der Bau von Siedlungen und Straßen vertreiben die Tiger aus ihren Heimatgebieten.
Tiger brauchen unsere Hilfe!
Wenn wir die Abholzung der Naturwälder und die illegale Jagd nicht stoppen, sterben auch die verbliebenen sechs Unterarten des Tigers in der freien Wildbahn aus. In seinen Projekten setzt sich der WWF deshalb dafür ein, dass
- keine Produkte oder Medikamente mehr herzustellen und zu verkaufen, für deren Herstellung Tiger getötet wurden,
- mehr Wildhüter ausgebildet werden,
- Zöllner fortgebildet werden, damit sie illegal geschmuggelte Körperteile von Tigern erkennen und die Schmuggler festhalten können,
- neue Tiger-Schutzgebiete eingerichtet werden,
- bestehende Schutzgebiete besser überwacht werden,
- Schutzgebiete mit Regenwald-Korridoren verbunden werden, damit die Tiere von einem ins andere Gebiet wandern können,
- der illegale Holzeinschlag verringert wird,
- die Tiger regelmäßig gezählt werden,
- die Menschen, die in Tigergebieten leben, über das Verhalten von Tigern aufgeklärt werden, damit sie keine Angst mehr vor den Tieren haben
- die Menschen, deren Nutztiere von Tigern gerissen wurden, eine Entschädigung erhalten,
- die Menschen mit Arbeit ihr Geld verdienen können, die dem Regenwald und dem Tiger nicht schadet,
- die Wälder naturnah und nachhaltig bewirtschaftet werden.



