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Wat is Watt?

Grüne Inseln und schöne Sandstrände im blauen Meer, das gibt es auch an der Nordseeküste. Ein Großteil der deutschen Meeresküste jedoch fällt zweimal am Tag trocken. Und zum Vorschein kommt grau-schwarzer, zäh-blubbernder Schlick und Sand – das so genannte Watt.

Was auf den ersten Blick etwas unansehnlich wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als wahres Wunderwerk der Natur. Denn Schlick und Sand und die vielen Priele dazwischen stecken voller Leben: Muscheln, Würmer, Krebse und allerlei anderes Getier tummeln sich im Nährboden der Nordsee – die Nahrungsgrundlage vieler Fische und Seevögel. Und hier ist zugleich die Kinderstube vieler Fische des Nordmeeres.

Rastplatz für Zugvögel
Immerhin 4.500 Quadratkilometer groß ist dieser ökologisch wertvolle Meeresboden. Er erstreckt sich über die drei Wattenmeerstaaten Dänemark, Deutschland und Niederlande. Mit seiner Größe und seiner weitgehend noch ursprünglichen, sich ständig verändernden Natur ist das Wattenmeer einzigartig auf der Welt. Wattflächen und Priele, Salzwiesen und Strände, Dünen und Inseln wie die Halligen prägen dieses Gebiet zwischen Land und Meer. Naturkräfte können hier noch wirken und bereiten mit dem Wechsel von Ebbe und Flut den Tisch für Milliarden von Fischen und in jedem Frühjahr und Herbst für über zehn Millionen Zugvögel, die das Wattenmeer als Tankstelle auf dem Weg in ihre Brut- und Überwinterungsgebiete nutzen.
Die Tierwelt des Wattenmeeres besteht überwiegend aus im Boden lebenden und oft hartschaligen Tieren, denn hungrige Vögel und Fische machen den Kleintieren das Leben schwer. Neben den wirbellosen Kleintieren gibt es auch eine ganze Reihe von Fischarten sowie Robben und Kleinwale im Wattenmeer. Etwa 70 Fischarten, zwei Robbenarten und der Schweinswal leben hier.
Über und unter Wasser ist die Pflanzenwelt des Wattenmeeres kleinwüchsig, denn Seegräser und Algen finden im Sand wenig Halt und würden weggerissen, wenn sie der Kraft des Wassers zu große Angriffsflächen böten.

Das Watt in Gefahr
Das Wattenmeer wird von einer Vielzahl menschlicher Einflüsse bedroht: etwa durch die Fischerei, den Eintrag von Düngemitteln, durch Eindeichung, den Bau von Sperrwerken, Sielen und Stauanlagen und durch den wachsenden Tourismus. Eine weitere Bedrohung sind die Erdöl- und Erdgas-Förderung mitten in Schutzgebieten.

Der WWF kämpft nunmehr seit über 25 Jahren für ein geschütztes Wattenmeer – mit Erfolg: Die drei Wattenmeerstaaten – Dänemark, Deutschland und Niederlande - arbeiten inzwischen zusammen und haben ihre Wattenmeeranteile als Schutzgebiet ausgewiesen. In Deutschland wurde das Wattenmeer durch den Einsatz des WWF sogar Nationalpark. Nationalparke haben weltweit eine doppelte Aufgabe: Sie sollen Natur großflächig und möglichst unbeeinflusst erhalten. Und sie sollen offen für Besucher sein und sie informieren und bilden. Dabei sollen sie die Natur weitgehend unbeeinträchtigt lassen.